Bei Wacker grassiert das Pokalfieber, Deutsche Gruppe als Investor-Favorit

Cupfinale – was FCW-Sportdirektor Alfred Hörtnagl 2001 mit dem FC Tirol gelang, sollen die Wacker-Youngsters morgen in Lustenau schaffen. Davor wird heute noch der neue Investor präsentiert.

Letztes Tiroler Halbfinale – am 9. Mai 2001 jubelten Torschütze Zoki Barišić (links), Jerzy Brzeczek und Trainer Kurt Jara gegen Rapid.
© gepa

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Noch herrschte gestern rund ums Tivoli relative Ruhe vor dem Sturm. Ab morgen ist endgültig Schluss mit der zweitklassigen Besinnlichkeit im schwarzgrünen Umfeld. Das Pokalfieber grassiert in vollen Zügen und erreicht mit dem Tiroler Fansturm durch den Arlberg-Tunnel Richtung Lustenau, wo dann am Mittwoch ab 18 Uhr das Pokal-Halbfinale angepfiffen wird, seinen zwischenzeitlichen Höhepunkt. Zwischenzeitlich deshalb, weil der FC Wacker im Duell gegen einen Ligakonkurrenten durchaus die Chance hat, sich für das Finale im Klagenfurter Wörtherseestadion zu qualifizieren.

Zunächst brennen die Jungs von Thommy Grumser auf das Duell gegen die Lustenauer Austria. Die Generalprobe fiel mit dem 4:0-Liga­erfolg in Dornbirn positiv aus. Das ebenso junge wie zusammengeschweißte FCW-Kollektiv ist nach Kitzbühel (7:1), dem 2:1-Erfolg beim GAK, dem sensationellen 1:0-Heimsieg gegen den WAC und dem Elfer-Krimi von St. Pölten voll darauf fokussiert, dass die diesjährige Cupreise nicht im Ländle endet. „Ich bleib’ dabei. Wir sind Außenseiter. Die Aufgabe Lustenau ist genauso schwer wie der WAC und St. Pölten“, dämpft Trainer Thomas Grumser bewusst die Erwartungshaltung im Umfeld. Wohl wissend, dass seine Truppe durchaus das Zeug hat, die Sensation zu schaffen. Im Reichshofstadion kommt es morgen übrigens zu einer Premiere – ein ÖFB-Pokalhalbfinale in Vorarlberg hat es zuvor in der heimischen Cupgeschichte noch nie gegeben.

Elfer-Held Murat Satin ebnete in St. Pölten den Weg des FC Wacker in das ÖFB-Pokal-Halbfinale.
© gepa

Tirol und den ÖFB-Pokal kennzeichnete die letzten Jahre ein gestörtes Verhältnis. Das letzte Halbfinale liegt schon 19 Jahre zurück. Am 9. Mai 2001 bezwang der FC Tirol auswärts Rapid 1:0. Durch einen Freistoßtreffer von Zoki Barišić wurde der Finaleinzug geschafft. „Das war ein heißer Fight. In der Schlussphase kassierten ich und Rapids Savićević noch die Rote Karte“, erinnert sich Alfred Hörtnagl an den Schlagabtausch im Happel-Stadion.

Für die aktuelle Wacker-Generation ist das längst geschmolzener Schnee von gestern. Das Quintett Felix Köchl, Sefik Abalai, Robert Martić, Florian Kopp und Felix Mandl war noch nicht einmal auf der Welt, Clemens Hubmann und Matthäus Taferner lagen in den Windeln, der Rest stand auf dem Sprung in den Kindergarten. War der Finaleinzug des regierenden Meisters FC Tirol damals keine große Überraschung, ist der Pokal-Erfolgslauf der zweitklassigen Wacker-Buam bemerkenswert. „Biss, Leidenschaft, Zusammenhalt und Professionalität zeichnen diese Mannschaft aus“, traut Hörtnagl seinen „Nachfolgern“ durchaus zu, weiter für Furore zu sorgen. „Gegen den WAC und St. Pölten kamen wir als krasser Außenseiter weiter. In Lustenau laufen wir auf Augenhöhe ein, da seh’ ich die Chance 50:50.“

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Deutsche Gruppe als Investor-Favorit

Bei der Generalversammlung wurden mit Statutenänderungen die Weichen für ein Investorenmodell gestellt, heute soll der neue FCW-Förderer vorgestellt werden. Um 11 Uhr erläutern noch Trainer Thomas Grumser und Abwehrchef Stefan Meusburger, wie der FC Wacker in Lustenau den Pokal-Finaleinzug schaffen will, ab 11.30 Uhr wird dann ebenfalls im Tivolistadion der neue Investor präsentiert. Offiziell wird der als „Kernmitglied, Förderer und Partner“ tituliert. Gemutmaßt wurde dabei viel, zuletzt verdichteten sich jedoch die Gerüchte: Eine deutsche Investorengruppe um Ex-Hertha-Berlin-Vorstand Dieter Hoeneß steht hoch im Kurs, eine andere mit griechischem Hintergrund soll indes aber kein Thema mehr sein.


Kommentieren


Schlagworte