Coronavirus: Rauchen könnte schweren Verlauf begünstigen

Einer Studie chinesischer Forscher zufolge fand sich unter einer kleinen Gruppe schwer Erkrankter ein größerer Anteil an Menschen, die rauchten. Die Vermutung, dass Rauchen bei der neuen Lungenerkrankung ein Risikofaktor sein könnte, liegt nahe.

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© HERBERT NEUBAUER

Wien – Erste wissenschaftliche Hinweise auf Rauchen als Risikofaktor für einen schwereren Verlauf bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus ortet der Wiener Umwelthygieniker und Leiter der Ärzteinitiative gegen Raucherschäden, Manfred Neuberger. Einer Studie chinesischer Forscher zufolge fand sich unter einer kleinen Gruppe schwer Erkrankter ein größerer Anteil an Menschen, die rauchten.

Die großteils in der am stärksten betroffenen chinesischen Stadt Wuhan arbeitenden Forscher haben in der kürzlich im "Chinese Medical Journal" erschienenen Studie über den Verlauf von 78 Erkrankten berichtet. Bei elf Personen hat sich der Zustand zwei Wochen nach Aufnahme im Krankenhaus nicht verbessert bzw. verschlechtert. Im Vergleich zu jenen Patienten, bei denen sich der Zustand gebessert hat, waren die Personen mit ungünstigem Krankheitsverlauf im Schnitt älter und häufiger Raucher.

Schon erste Berichte wiesen in die Richtung

Die Vermutung, dass Rauchen bei der neuen Lungenerkrankung ein Risikofaktor sein könnte, liege nahe, sagte Neuberger zur APA. Erste Berichte aus China über überwiegend männliche Covid-19-Patienten hätten schon in die Richtung gewiesen, "dass das auch etwas mit Lebensgewohnheiten zu tun hat". Denn in China würden deutlich mehr Männer als Frauen rauchen, so der Wissenschafter von der Medizinischen Universität Wien. Mittlerweile gebe es "mehrere Hinweise" in diese Richtung. Auch beim verwandten MERS-Virus habe es unter den Verstorbenen eine Häufung an Rauchern gegeben.

Neuberger plädierte dafür, Raucher in die Gruppe jener Menschen miteinzubeziehen, die ein größeres Risiko für einen schweren Verlauf bei Coronavirus-Infektionen haben. "Raucher müssen sich also noch mehr vor Übertragung schützen", indem sie Menschenansammlungen meiden oder sich nach Kontakten die Hände gründlich waschen, so der Wissenschafter. (APA)


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