Schüler filmten Wolf in Osttirol, Bär spazierte durch Dorf im Trentino

In Osttirol, im Trentino und in Südtirol sorgen derzeit große Beutegreifer für große Verunsicherung. Ein Schüler filmte eine scheuen Wolf, als das Tier ganz schnell im Wald verschwand.

St. Veit im Defereggental, Fleimstal – Ein wenige Sekunden langes Video und Spuren im Schnee lassen in Osttirol, dem Trentino und Südtirol derzeit die Wogen hochgehen.

In St. Veit in Defereggen herrscht große Aufregung wegen eines Handyvideos. Jugendliche, die auf den Schulbus warteten, glaubten einen Wolf über das Feld laufen zu sehen, einer von ihnen filmte das davonstürmende Tier mit dem Smartphone. Und tatsächlich: „Wir gehen davon aus, dass es sich wirklich um einen erwachsenen Wolf handelt“, erklärt dazu Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer. Das könne man anhand der typischen Merkmale erkennen. Danach ist der Wolf noch einmal aufgetaucht, und zwar, als eine Schülerin mit ihren Eltern im Auto unterwegs war. Das Tier blickte von einer Lichtung ins Tal, drehte sich dann um und verschwand im Wald.

Ein Wolf hatte sich schon Anfang 2019 im Defereggental bemerkbar gemacht. Er riss in St. Jakob ein junges Rotwild-Exemplar, zu sehen bekam ihn damals niemand.

Bär versuchte, Esel zu reißen

Kein Unbekannter hat in der Nacht auf Dienstag im kleinen Trentiner Dorf Molina im Fleimstal seine Spuren im Neuschnee hinterlassen. Die Pfotenabdrücke stammen vom Bär M49, der im vergangenen Sommer aus einem Gehege nahe Trient geflohen war. Außerdem will ein junger Mann beobachtet haben, wie das Tier durch den Ortskern stapfte. Das berichtete gestern die Südtiroler Tageszeitung Dolomiten. Kurze Zeit später soll er in einem Nachbardorf versucht haben, einen Esel zu reißen. M49 habe „dem Tier einen Prankenhieb“ versetzt und es verletzt, heißt es in dem Bericht.

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Bär Richtung Südtirol unterwegs

Jetzt soll der Bär, der schon in der Vergangenheit kaum Scheu vor Menschen zeigte, weiter in Richtung Südtirol ziehen. Deshalb sah sich die dortige Landesregierung gestern genötigt, zu Vorsichtsmaßnahmen zu raten. Besonders Menschen, die sich im Gebiet zwischen Lavazéjoch, Jochgrimm und Radein aufhalten, sollten aufmerksam bleiben. Nutztiere sollen die Nacht nicht im Freien verbringen, Türen zu Häusern und besonders Ställen verschlossen bleiben. (co, bfk)


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