Sozialwirtschaft: Protestkundgebung in Innsbruck

Ziel der Kundgebung sei gewesen, den Arbeitgeberverband zum Einlenken in Bezug auf die 35-Stunden-Woche für die Beschäftigten im privaten Pflege-, Sozial- und Gesundheitsbereich zu bewegen.

Die 35-Stunden-Woche bleibt erklärtes Ziel der Gewerkschaften.
© ÖGB

Innsbruck - Rund 80 Betriebsräte, Gewerkschafter und Sympathisanten versammelten sich am Mittwochvormittag zu einer Protestkundgebung vor den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD). Ziel der Kundgebung sei gewesen, den Arbeitgeberverband zum Einlenken in Bezug auf die 35-Stunden-Woche für die Beschäftigten im privaten Pflege-, Sozial- und Gesundheitsbereich zu bewegen", so die GPA-djp Tirol in einer Aussendung am Mittwoch .

„Vielleicht gelingt es, durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegebereich die 4000 bereits ausgebildeten MitarbeiterInnen wieder in diesen Bereich zurück zu holen, die zurzeit aufgrund der Arbeitsbelastungen lieber im Handel oder Dienstleistungsbereich arbeiten“, so Ralf Wiestner, zuständiger Regionalsekretär der GPA-djp Tirol für den Sozial- und Gesundheitsbereich.

Bereits vergangene Woche haben in zahlreichen Einrichtungen Protestmaßnahmen stattgefunden.

SWÖ-Bereich in Tirol

Welche Betriebe unter den SWÖ-Bereich in Tirol fallen, ist unter folgendem Link aufgelistet: www.bags-kv.at

Annäherung aber keine Einigung

Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth
© ÖGB

Indessen hat Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth eine halbes Jahr im "im Zeichen der Pflege" angekündigt. Aus diesem Grund werde der ÖGB Tirol gemeinsam mit den zuständigen Gewerkschaften GÖD, GPA-djp, vida und Younion ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen für die Pflege ausarbeiten – das betrifft sowohl die häusliche Pflege wie auch die Arbeits- und Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in diesem Bereich.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Der Fokus der Bundesregierung in Sachen Pflege liege auf der Betreuung durch Familienmitglieder. Das Ziel solle allerdings lauten, wie eine gute und leistbare Pflege auch in Zukunft auf allen Ebenen gewährleistet werden kann.

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„Wir werden gemeinsam mit Beschäftigten konkrete Konzepte erarbeiten und anschließend der Politik vorlegen, um dem Fachkräftemangel auf breiter Basis entgegen zu wirken und einen Pflegenotstand abzuwenden“, so Wohlgemuth. Zusätzlich seien Informations- sowie Diskussionsveranstaltungen und eine Enquete sowie weitere Möglichkeiten zur partizipativen Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant. (TT.com)


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