„Alive“ von Vincent Bueno: So klingt Österreichs Beitrag für den Song Contest

Um 7.40 Uhr war es am Donnerstag so weit: Österreichs Song für den ESC in Rotterdam feierte im Radio seine Premiere. Mit der retrofunkigen Nummer „Alive“ geht es für Vincent Bueno am 14. Mai um den Einzug ins große Finale – direkte Konkurrenz ist der aktuelle Topfavorit aus Island.

Für Vincent Bueno ist der ESC nicht gänzlich Neuland.
© ROBERT JAEGER

Wien/Rotterdam – Nach äußerst ruhigen Tönen und einem verpassten Finale im letzten Jahr will Österreich heuer wieder weiter vorne mitmischen – und geht mit einem eingängigen Retro-Pop-Funksong à la Bruno Mars ins Tournament des 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam: Unter dem Titel „Alive" versucht Vincent Bueno mit einer Up-Tempo-Nummer Europas Sangeskrone zu erobern.

Entstanden ist die mit R'n'B-Elementen durchsetzte, ohrwurmträchtige Tanznummer bereits im Sommer, bevor Autor Vincent Bueno sie nun mit einem jungen Team finalisiert hat. „Es war mir sehr wichtig, diesen Song mit jungen Künstlern zu erarbeiten, die es drauf haben", umriss Bueno das Konzept. Es habe 15 bis 20 Versionen gegeben, bis schließlich das Endprodukt fertig war.

📽️ Video | Das Musikvideo zu „Alive“

ESC-Urgestein und Kommentator Andi Knoll fand bei der Premiere im Ö3-Wecker lobende Worte: „Der Beat geht jedenfalls in die Fiaß ... das ist schonmal gut! Dass Vincent ein guter Sänger ist – auch wenn er sich dabei bewegt – das wissen wir. Jetzt noch eine tolle Bühnenshow, dann haut das hin in Rotterdam!“

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Es wird viel getanzt

Allzu viel will Bueno über die Performance auf der ESC-Bühne aber noch nicht verraten. An mangelndem Bewegungstalent wird ein österreichischer ESC-Sieg 2020 jedenfalls nicht scheitern, hat Bueno doch das Konservatorium der Stadt Wien absolviert und dort eine Musicalausbildung abgeschlossen. Im Musikvideo zu „Alive“ beweist Vincent bereits, dass er ein Gespür für gute Inszenierungen hat.

„Natürlich wird auch beim ESC ein bisschen gedanct", verriet der 34-Jährige zumindest. Momentan finde noch die Endauswahl für die fünf Performer statt, die mit ihm die Bühne rocken sollen. Im Song selbst geht es um das Ego: „Wenn wir das loslassen, dann fühlen wir uns lebendig ... alive eben“, erklärte Bueno im Ö3.

Vom Musical auf die ESC-Bühne

Den Wettbewerbsdruck ist der Sohn philippinischer Eltern aber in jedem Falle gewohnt. 2008 gewann er die ORF-Castingshow „Musical! Die Show". Ein Jahr später war er in „Dancing Stars" zu sehen und schaffte es auf den siebten Platz.

Beim ESC ist Vincent kein Neuling. 2016 hatte er am nationalen Vorentscheid teilgenommen, war dann aber Zoë unterlegen, die mit „Loin d'ici" in Stockholm auf dem 13. Platz landete. 2017 konnte er dann schon erstmalig echte ESC-Luft schnuppern. Er unterstützte den Tiroler Nathan Trent in Kiew als Backgroundsänger bei „Running On Air".

Platz 1, Platz 7 und Platz 2 – alles Reihungen, die im Falle des Song Contests für Jubel in Österreich sorgen würden.

2. Halbfinale am 14. Mai

Angetan von der flotten Nummer zeigte sich auch der ORF-Experte und ZIB-Moderator Jürgen Pettinger mit Verweis auf das Ausscheiden Österreichs 2019 in Tel Aviv: „Damit ist die Post-Song-Contest-Depression vom letzten Mal offiziell beendet." Den positiven Geist der Nummer hob auch ORF-Fernsehdirektorin Kathi Zechner heraus: „Vince ist ein Österreicher, der zeigt, dass Österreich die Welt ist."

Ernst wird es jedenfalls am 14. Mai: Dann geht in Rotterdam das zweite Halbfinale über die Bühne, in dem sich der Österreicher mit 17 Mitbewerbern um zehn Finaltickets matchen muss. Mit dabei ist auch Island, das aktuell in den Wettquoten ganz oben rangiert. Der nerdige Synthie-Song „Think About Things“ hat sogar schon Hollywood-Star Russell Crowe zu einem Tweet bewegt.

📽️ Video | Der isländische Beitrag „Think About Things“

Bevor es für Bueno aber um den Einzug ins Finale geht, steht er noch bis Ende März auf der Bühne des Wiener Metropols – in der Rolle des Vince im 1970er-Jahre-Musical „Rock My Soul". (tst, APA)


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