Ein Kult-Auto muss sich neu erfinden

Die dritte Generation des Fiat Cinquecento wird rein elektrisch fahren – laut Hersteller bis zu 320 Kilometer weit, dank eines 42-k-Wh-Ionen-Akkus.

Der Urahn gibt immer noch die Rohskizze vor: Der neue Cinquecento übernimmt großteils die Silhouette des Vor- und des Vorvorgängers, technisch macht er jedoch vieles anders.
© Werk

Mailand – Wenn Fiat sich um das ganz Kleine kümmert, dann kann etwas ganz Großes dabei herauskommen. Das beste Exempel dafür stellt der Cinquecento dar. Der Winzling erschien zum ersten Mal im Jahr 1957 auf den Straßen und eroberte sofort die Herzen; millionenfach sollte sich der Kleinstwagen verkaufen. 50 Jahre später erfand Fiat den Kleinen noch einmal neu – und das Kult­auto durfte seinen Erfolg noch einmal krönen. Die Italiener erlaubten sich sogar einen kleinen technischen Ausflug in die Elektromobilität – speziell umgebaute Cinquecento-Stromer waren für den nordamerikanischen Markt gedacht. Doch der damalige Fiat-Chrysler-Automobiles-Boss Sergio Marchionne war nicht wirklich glücklich damit, denn die Produktion des Derivats kostete mehr, als es einbrachte. Der elektrische 500 verschwand wieder von der Bildfläche.

Aber heuer folgt die Revolution: Der elektrisch angetriebene Kleinstwagen kehrt zurück – ganz offiziell als angekündigte dritte Generation des Cinquecento. In Mailand stellte Fiat Chrysler Automobiles den Cityfloh vor, der mit einem Lithium-Ionen-Akku bestückt ist, der wiederum mit einem Energiegehalt von 42 Kilowattstunden den 87 Kilowatt starken Elektromotor (118 PS) bedient. Der Hersteller rechnet mit einer Reichweite von bis zu 320 Kilometern, ehe der Akku einer Aufladung bedarf. Diese erfolgt entweder an der 230-Volt-Haushaltssteckdose, über die von Fiat mitvertriebene Easy-Wallbox oder über Schnellladesäulen (bis zu 50 kW).

Der neue 500 darf als Stromer in 3,1 Sekunden von null auf 50 km/h beschleunigen, neun Sekunden benötigt er, um vom Stand weg das bei uns übliche Landstraßen-Tempolimit zu erreichen. Als Höchstgeschwindigkeit sind 150 km/h möglich.

Nicht nur in puncto Antriebstechnik und Plattform gibt es mit dem Generationswechsel einen erheblichen Wandel, sondern auch bezüglich der Komfort- und Sicherheitstechnik. Von Fiat ist zu erfahren, dass der Cinquecento-Nachfolger das erste Modell sein wird, das mit dem neuen Infotainmentsystem Uconnect 5 arbeitet. Dank der Bestückung mit einer Reihe von Fahrerassistenzsystemen wird es dem elektrischen 500 möglich sein, teilautonomes Fahren (Level 2) zu bewältigen.

Zunächst wird der Fiat 500 als Cabriolet in den Handel gelangen, und zwar auch als limitiertes Sondermodell „La Prima“. Davon wird es nur 500 Stück geben. Zur Ausstattung desselben gehören unter anderem ein Softtop mit eingewebten Fiat-Monogrammen, eine Plakette mit Produktionsnummer und eine hochauflösende Rückfahrkamera. (hösch)


Kommentieren


Schlagworte