Schere zwischen Wählärzten und Kassenärzten weiter groß

Während es früher mehr Kassen- als Wahlärzte gab, hat sich dieses Verhältnis vor 13 Jahren gedreht. Verschärft wird das Problem für die Patienten durch die steigende Zahl an unbesetzten Kassenstellen.

Symbolbild.
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Wien – Die Schere zwischen Wahlärzten und Kassenärzten hat sich auch im letzten Jahr nicht verkleinert. Ende vergangenen Jahres waren in Österreich 10.175 Wahlärzte registriert – um 76 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Ärzte mit einem Vertrag einer Gebietskrankenkasse (jetzt ÖGK) ist um 75 auf 7174 gestiegen, geht aus Daten der Ärztekammer hervor, die der APA vorliegen.

Dazu kamen noch 1025 Mediziner mit einem Vertrag kleinerer Kassen oder Krankenfürsorgeanstalten (KFA). Deren Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 400 gesunken.

Während es früher mehr Kassen- als Wahlärzte gab, hat sich dieses Verhältnis vor 13 Jahren gedreht. 2008 gab es noch jeweils rund 7000 Vertrags- und Wahlärzte. Seither ist jedoch die Zahl der Wahlärzte kontinuierlich gestiegen, während jene der Kassenärzte stagniert.

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Anzahl unbesetzter Kassenstellen steigt

Verschärft wird das Problem für die Patienten durch die steigende Zahl an unbesetzten Kassenstellen. Mit Jahresbeginn waren in Österreich 157 von den Krankenkassen ausgeschriebene Stellen für Ärzte nicht besetzt, das waren um 28 mehr als vor einem Jahr. Diese Steigerung geht fast zur Gänze auf das Konto der Allgemeinmediziner, wo die Zahl der unbesetzten Stellen von 68 um fast 40 Prozent auf 95 angewachsen ist. Bei den Fachärzten ist nur eine unbesetzte Stelle hinzugekommen, zum Jahreswechsel waren es 62.

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Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart verwies gegenüber der APA darauf, dass die Zahl der GKK-Kassenärzte seit 2010 gerade einmal um 2,3 Prozent gestiegen ist, während die Bevölkerungszahl Österreichs um mehr als eine halbe Million Menschen zugenommen hat. „Dass gleichzeitig die Zahl der Wahlärzte stark zugenommen hat, zeigt uns, dass der Bedarf da ist." Steinhart findet es zwar gut, dass die Wahlärzte einen Teil der Versorgung abdecken. Doch die Statistik „zeigt deutlich die Versäumnisse der Gesundheitspolitik, die nicht rechtzeitig der Stagnation der Kassenärztezahlen entgegengewirkt hat. Die Schere hätte sich nie öffnen dürfen."

Und der Obmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer befürchtet, dass das Problem angesichts des prognostizierten Defizits in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) noch größer wird: „Man kann sich leicht vorstellen, was passiert, wenn nun die Ärzte die ÖGK-Finanzpannen ausbaden sollen und viele Kollegen ihre Kassenverträge zurücklegen beziehungsweise junge Kollegen sich gegen einen Eintritt ins Kassensystem entscheiden." (APA)


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