Blutspendeaktionen finden trotz Quarantäne weiterhin statt

Dramatische Rückgänge beim Blutspenden bereiten dem Blutspendedienst in Tirol Sorgen. Gesunde Menschen, die nicht in Corona-Risikogebieten waren, können und sollten weiterhin ohne Bedenken spenden, heißt es vom Roten Kreuz. Blutspendeaktionen finden trotz Quarantäne statt.

Blutspenden ist trotz Quarantäne erlaubt.
© Österreichisches Rotes Kreuz

Innsbruck – Der Blutspendedienst Tirol bemerkt einen dramatischen Spendenrückgang und ist in „höchster Alarmbereitschaft", wie der Organisationsleiter Manfred Gaber am Donnerstag gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online mitteilte. Die Lager seien derzeit zwar noch gefüllt, doch der Rückgang an Spenderinnen und Spendern bereitet Sorgen. Derzeit werde zwar nicht so viel Blut benötigt, weil das Operationsprogramm in den Krankenhäusern reduziert wurde. Dennoch dürfe man "nicht auf der faulen Haut liegen", so Gaber.

Gesunde Menschen, die in keinem Risikogebiet waren, sollen bitte Blutspenden.
Manfred Gaber, Organisationsleiter Blutspendedienst Tirol

Blutspendeaktionen finden weiterhin statt

Blutspenden sind lebensnotwendig und daher in der Quarantänezeit einer gesonderten Betrachtung zu unterziehen. Seitens des Bundes liegt nun ein offizielles Dokument vor, das Blutspenden von Quarantäne bedingten Einschränkungen ausnimmt. Blutspenden dürfen also wie geplant stattfinden.

„Für uns alle ist die derzeitige Situation neu und einzigartig“, meint der organisatorische Leiter des Blutspendedienstes Tirol, Manfred Gaber. „Wir haben uns in den letzten Stunden intensiv bemüht, rechtliche und organisatorische Klarheit für uns und vor allem für unsere SpenderInnen zu schaffen.“

Behördliche Ausnahmeregelung für Blutspenden

Eine Blutspende ist auch in Quarantäne möglich, solange die Schutzmaßnahmen - beispielsweise der Sicherheitsabstand – eingehalten werden. Daher wird das Rote Kreuz Tirol auch in der aktuellen Situation Blutspendeaktionen abhalten, „das ist von den Behörden auch dezidiert erlaubt“, so Harald Schennach, ärztlicher Leiter des Blutspendedienstes Tirol.

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Die Organisatoren weisen darauf hin, dass es immer wieder zu Verschiebungen oder Absagen kommen kann. So wurde etwa die Blutspendeaktion für den 25. März in der Blutbank in Innsbruck abgesagt. Spenderinnen und Spender können und sollen sich jederzeit auf den Websites blut.at oder gibdeinbestes.at, über unsere Sozialen Medien oder auch telefonisch unter der Rufnummer 0800 190 190 informieren, ob die Blutspende wie geplant stattfindet.

Chance für Ansteckung beim Blutspenden ist gering

Manfred Gaber betont, dass die Gefahr sich beim Blutspenden mit dem Coronavirus zu infizieren, äußerst gering sei. Die Hygiene sei auf einem hohen Stand, so stünden etwa Händedesinfektionsmittel in den Einrichtungen zur Verfügung.

Vor der Eingangstür prüft eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, ob die Personen in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet waren. Außerdem dürften Menschen mit Krankheitssymptomen ohnehin nicht Blutspenden – unabhängig vom Coronavirus. Sollte es wirklich zu Engpässen kommen, plant das Rote Kreuz Notfallaktionen, bei denen potentielle Spenderinnen und Spender gezielt angerufen werden. Im Moment sei man allerdings noch versorgt. „Auch, wenn zurzeit unsere Bestände dank der hohen Spendebereitschaft seitens der Bevölkerung gut ausreichen, wissen wir, dass wir schon in näherer Zukunft wieder frisches Blut brauchen", sind sich beide Leiter einig.

Menschen sind weiterhin auf Blutkonserven angewiesen

Alle 80 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt, das sind bis zu 400.000 Konserven pro Jahr. Ganz gleich, ob bei Unfällen, Operationen, schweren Erkrankungen oder Geburten: menschliches Blut zählt im Notfall zu den wichtigsten Medikamenten und kann durch nichts ersetzt werden. Was Erstspender wissen müssen, fasst das Rote Kreuz zusammen. (TT.com/tkl)

🩸 Alle Blutspendeaktionen in Tirol in den nächsten Tagen

Dienstag, 31. März

  • Mehrzwecksaal Wattens (2. Stock), 15 bis 20 Uhr

Mittwoch, 1. April

  • Mehrzwecksaal Oberhofen, 16 bis 20 Uhr

Freitag, 3. April

  • Volksschule Leutasch, 17 bis 20 Uhr

Montag, 6. April

  • Gemeindesaal Zell am Ziller, 15 bis 20 Uhr

Dienstag, 7. April

  • Volksschule St. Johann, 15 bis 20 Uhr

Mittwoch, 8. April

  • Volksschule Mittewald, 16 bis 20 Uhr

Donnerstag, 9. April

  • Turnsaal Waidring, 16 bis 20 Uhr

Dienstag, 14. April

  • NMS Tannheim, 16 bis 20 Uhr

Mittwoch, 15. April

  • Klinik Innsbruck-Blutbank, 16 bis 20 Uhr
  • Freizeitarena Sölden, 16 bis 20 Uhr

Donnerstag, 16. April

  • Mehrzwecksaal Volksschule Inzing, 15 bis 20 Uhr

Freitag, 17. April (Zusatztermin)

  • Buch Volksschule St. Margarethen, 17 bis 20 Uhr

Sonntag, 19. April

  • Alte Turnhalle Niederndorf, 15 bis 20 Uhr

Eine Liste mit weiteren Terminen kann man auf der Homepage des Roten Kreuzes nachlesen.


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