Fußball ruht im ganzen Land: Bundesliga verbietet auch Trainings

Bei Nichtbeachtung der Anweisungen droht der Entzug der Subventionen. Wie es weitergeht, soll nach der UEFA-Sitzung am Dienstag besprochen werden.

Die Bundesligisten wie der LASK sind angehalten, auf Mannschafts-Trainings und -Treffen zu verzichten.
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Seit Sonntagnachmittag ist der Fußball in Österreich gänzlich eingestellt. Nach der Beendigung des Liga-Spielbetriebes und der Nichtbesetzung von Schiedsrichtern für Testspiele hat der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) bekanntgegeben, dass ab sofort auch keine Trainings mehr abgehalten werden dürfen. Es ist die nächste Maßnahme im Kampf gegen den grassierenden Coronavirus.

Windtner: „Der Fußball ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten"

Der ÖFB setzte die Maßnahme in Abstimmung mit der Bundesliga und den Landesverbänden. „Der Fußball ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten, damit wir alle gemeinsam diese Krise meistern“, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Es war die Reaktion auf die Ankündigung von Bundeskanzler Sebastian Kurz, am Sonntag den Kampf gegen die Lungenkrankheit COVID-19 weiter zu verschärfen. „Wir appellieren an alle Österreicherinnen und Österreicher, den Maßnahmen der Bundesregierung Folge zu leisten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Beschränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum. Bleiben Sie zu Hause, wenn es möglich ist“, forderte Windtner.

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Das betrifft nun auch direkt die Profis der Bundesligisten. Aufgrund der Entwicklung der Krankheit hatten diese aber ohnehin durchgängig bereits am Wochenende und zum Teil auch darüber hinaus von ihren Vereinen freibekommen. Nun wird die Zwangspause wohl etwas länger als zuerst gedacht dauern. Für Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer und Co. gilt es nun, wie sonst in der zumeist nur kurzen Winterpause üblich, sich auf eigene Faust fit zu halten, was allerdings durch die Ausgangssperren in Österreich erschwert wird.

„Es gibt jetzt mit Sicherheit wichtigere Dinge als den Fußball. Wir sind in einer weltweiten Ausnahmesituation. Die Menschen sind besorgt, Priorität hat jetzt nur die Gesundheit aller“, sagte Austrias Vorstandsvorsitzender Markus Kraetschmer. Sturms Sportvorstand Günter Kreissl konnte sich da nur anschließen. „Für mich zählt nur, was für Spieler und Mitarbeiter momentan am besten ist. Fußball ist momentan Nebensache. Wir müssen alles unternehmen, um eine weltweite Krise ungeahnten Ausmaßes zu vermeiden“, erklärte der Ex-Goalie.

Keine Schiedsrichter bis zumindest 3. April

Der Ligabetrieb ist bereits seit Dienstag bis vorerst 30. März eingestellt. Seit Donnerstag ist bekannt, dass der ÖFB bis zumindest 3. April keine Schiedsrichter-Besetzungen mehr vornimmt, um auch Testspiele zu verhindern, die Meister Salzburg und Co. in der Ligapause aus sportlicher Sicht gut hineingepasst hätten. Seit Sonntag ist aber auch der Trainingsbetrieb eingestellt.

Eine Missachtung könnte weitreichende Folgen haben. Das kündigte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler im Nationalrat an. „Wer es nicht versteht, von den Sportvereinen jetzt, wer ab Montag, ab morgen das nicht einhält, der kann sich einmal jahrelang von Förderungen verabschieden“, sagte Kogler, schränkte gleichzeitig aber ein, hier keine Anweisungsbefugnis zu haben. Dennoch: „Ich meine das ernst: Es sollen sich alle daran halten, und die, die sich nicht daran halten, dürfen auch mit Konsequenzen rechnen.“

Abgesagt wurden mittlerweile auch die Klubkonferenzen der beiden höchsten Ligen. Man will da vor allem die Richtungsentscheidung des Europäischen Verbandes (UEFA) abwarten. Die UEFA berät am Dienstag über das weitere Vorgehen und eine mögliche Verschiebung der EM im Sommer (12. Juni bis 12. Juli).


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