Familie im Oberland in Quarantäne: „Behandelt wie Aussätzige“

Nach einem Ischgl-Aufenthalt am Samstag, 29. Februar, erfuhr ein 30-jähriger Oberländer über die Nachrichten, dass Ischgl der Virus-Hotspot sei. Er wollte sich daraufhin testen lassen, kam aber erst nach zwei Tagen zum Zug.

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Erst nach zwei Tagen konnte der 30-Jährige getestet werden. (Symbolbild)
© AFP/Samson

Innsbruck – Seit zehn Tagen in Quarantäne ist ein 30-jähriger Coronavirus-Patient aus dem Oberland. Die Quarantäne teilt sich der positiv getestete Mann mit Frau und der vierjährigen Tochter. „Wir können uns in der Wohnung nicht aus dem Weg gehen.“ Infiziert sind weder Kind noch Partnerin. Nach einem Ischgl-Aufenthalt am Samstag, den 29. Februar, erfuhr der Oberländer über die Nachrichten, dass Ischgl der Virus-Hotspot sei. Er wollte sich daraufhin testen lassen, kam aber erst nach zwei Tagen zum Zug. Zuvor wurde an der Hotline beschwichtigt und nach Symptomen gefragt.

Die machten sich erst am vierten Tag bemerkbar. Druck auf der Lunge, leichter Husten. Das Testteam rückte an. Fieber bekam der Mann überhaupt keines. Heute geht es ihm wieder gut. „Es hat sich sofort in der Nachbarschaft herumgesprochen. Wir wurden behandelt wie Aussätzige. Die Leute haben die Fenster zugemacht, wenn ich mich in mein kleines Gartl gesetzt habe“, erzählt er. „Man lernt in einer so schweren Zeit viel über die Mitmenschen.“ Zweimal pro Tag kommt übrigens die Polizei und kontrolliert, ob die Familie zu Hause ist.

Das Handy lief auch bei Familie Oberleit heiß, als die Runde ging, dass der Vater positiv getestet worden war – er arbeitet als Sprengelarzt in Mieming. Negative Reaktionen gab es keine, aber die Neugier über den Verlauf der Krankheit sei groß, erklärt Stefan Oberleit. Der 50-Jährige wurde vor einer Woche positiv getestet, mittlerweile ist auch seine Frau, Ärztin, positiv. Alle drei Kinder sind gesund. Bei beiden äußert sich der Krankheitsverlauf ähnlich, aber unterschiedlich: „Bis Mittwoch war ich schwach und hatte immer wieder Fieberschübe“, erzählt der Arzt. Seitdem geht der virale Infekt auf und ab: Extrem sei eine ausgeprägte Schwäche, Druck auf der Brust und Kurzatmigkeit – gepaart mit leichter Luftnot beim Stiegensteigen. Von starken Kopfschmerzen, zeitweise begleitet von leichter Übelkeit, berichtet Christiane Oberleit. Dazu komme staubtrockener Husten und „das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können“. (aheu, lipi)

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