EU zahlt für Rückholung Tausender Urlauber nach Europa

In Österreich landeten am Donnerstagabend zwei Flieger mit fast 400 Passagieren aus Spanien und Ägypten. Für Freitag sind weitere Rückholungen angesetzt.

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist Donnerstagfrüh der vorerst letzte Flug der Austrian Airlines (AUA) im regulären Betrieb angekommen. An Bord des Fluges aus Chicago waren 132 Passagiere.
© HERBERT P. OCZERET

Brüssel, Wien – Zehntausende Reisende aus Europa wollen angesichts der Coronavirus-Krise rasch heimkehren. Das hat die EU-Kommission am Donnerstag mitgeteilt und versprochen, einen großen Teil der Kosten zu übernehmen. In Österreich landen am Donnerstagabend etwa zwei Flieger mit fast 400 Passagieren aus Spanien und Ägypten.

Für Freitag sind weitere Maschinen für die Rückholung von Österreichern angekündigt. Um 11.00 Uhr starten vom Flughafen Teneriffa Süd 212 Passagiere gen Wien. Der Level-Flieger wird um 16.30 Uhr in Wien sein. Zur gleichen Zeit startet in Tunis eine Level-Maschine mit 210 Menschen an Bord. Für Langstreckenflüge aus dem afrikanischen bzw. asiatischen Raum laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, hieß es aus dem Außenministerium.

Letzter AUA-Flug im regulären Betrieb absolviert

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist Donnerstagfrüh der vorerst letzte Flug der Austrian Airlines (AUA) im regulären Betrieb angekommen. Die Boeing 767-300 aus Chicago landete um 8.07 Uhr. An Bord des Kurses OS 066 waren nach AUA-Angaben 132 Passagiere. Die meisten der Fluggäste kehrten wegen der Pandemie nach Hause zurück.

Für die Rückholung EU-Reisender hat die Brüsseler Behörde allerdings auch auf Nachfragen offen gelassen, ob nicht eigentlich Reiseveranstalter und Fluggesellschaften verantwortlich seien. Sie teilte vielmehr mit, die Kommission werde bis zu 75 Prozent der Reisekosten tragen.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

"Zum jetzigen Zeitpunkt haben bereits mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder in der Ferne ihren Wunsch geäußert, so schnell wie möglich nach Europa zurückzukehren", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft. "Wir sind dazu da, ihnen bei dieser Rückkehr zu helfen." Man bereite Flüge aus Peru, den Malediven, der Mongolei und vielen afrikanischen Ländern vor. Deutschland etwa habe um EU-Unterstützung für 13 Rückkehrerflüge aus Ägypten, Marokko, den Philippinen, Tunesien und Argentinien für mehr als 3.000 Personen gebeten.

📽 Video | Hans Bürger (ORF) über die Rückholaktion

Diese Woche haben der Kommission zufolge zwei österreichische Flüge mit Unterstützung des Europäischen Zivilschutz-Mechanismus schon 604 EU-Bürger aus Marokko zurückgebracht. Die Einrichtung habe seit dem Ausbruch des Coronavirus an der Heimholung von 1159 EU-Bürgern aus dem chinesischen Wuhan, aus Japan, Oakland und Marokko mitgewirkt.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass AUA und Laudamotion 600 Österreicher aus Gran Canaria, Teneriffa und Ägypten nach Wien gebracht hätten. Rund 150 österreichische Touristen seien in Kooperation mit anderen Staaten aus Amsterdam, Moskau und Kiew zurückgekehrt. Insgesamt seien in den ersten beiden Tagen der großen Rückholaktion mehr als 1300 Personen nach Österreich gebracht worden. Die Zahl der in mehr als 100 Ländern festsitzenden heimischen Urlauber wurde mit 47.000 angegeben.

Ziel sei es, mit den Rückholaktionen möglichst viele österreichische Reisende nach Hause zu bringen, hieß es aus dem Außenministerium. Alle Flüge konnten ohne Behinderung durchgeführt werden. (APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte