Mehr Corona-Tote als in China: Lombardei fordert Militäreinsatz

Zur Einhaltung der Ausgangssperre sprach sich der lombardische Präsident Attilio Fontana für Militäreinsatz und die Schließung aller Büros und Baustellen aus. Italien ist seit Donnerstag das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit.

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"Bleibt zuhause" steht in großen Lettern auf einem Bürogebäude in Mailand.
© AFP/Medina

Rom, Mailand – Angesichts der weiterhin zunehmenden Zahl von Coronavirus-Todesfällen hat der lombardische Präsident Attilio Fontana die Regierung in Rom zum Einsatz des Militärs zur Einhaltung der Ausgangssperre gefordert. Zugleich sprach sich Fontana für die komplette Schließung aller Büros und Baustellen aus. Ziel sei es, die Zahl der Menschen auf den Straßen aufs Minimum zu reduzieren.

Fontana telefonierte am Donnerstagabend mit Premier Giuseppe Conte und stellte klare Forderungen. Neben Polizei und Carabinieri sollen auch Soldaten die rigorose Einhaltung der wegen der Coronavirus-Krise verhängten Ausgangssperre überwachen. Zugleich forderte Fontana laut Medienangaben die Schließung aller öffentlichen Ämter und privater Büros. Auch Baustellen sollen schließen.

Auch öffentliches Verkehrssystem weiter herunterfahren

Die Zahl der Shops, die offen bleiben dürfen, soll weiterhin reduziert werden. Fontana will auch das öffentlichen Verkehrssystem weiterhin herunterfahren. Zu viele Menschen seien noch mit der U-Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln in Mailand unterwegs, kritisierte der lombardische Präsident.

Staatschef Sergio Mattarella telefonierte am Donnerstagabend mit dem Bürgermeister der von der Seuche schwer betroffenen Stadt Bergamo, Giorgio Gori. Mattarella sprach der Bevölkerung Mut zu. Er appellierte an die Italiener, sich an die Ausgangssperre zu halten, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

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Italien hat China bei der Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus überholt. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Corona-Toten in Italien am Donnerstag auf 3.405. Damit ist Italien nun das Land mit den meisten Opfern weltweit, vor China mit nach Behördenangaben bisher 3.245. Europaweit stieg die Zahl der registrierten Infektionen auf mehr als 100.000. (APA)


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