300 bis 400 Tests in Tirol pro Tag: Rund 36 Prozent aller Tests in Österreich

Mit Stand Freitagmittag wurden von den bis dato österreichweit 15.613 durchgeführten Tests 5.687 Tests alleine in Tirol durchgeführt. Damit ist Tirol für 36 Prozent der Testungen verantwortlich, obwohl nur rund 8,5 Prozent der Österreichischen Bevölkerung hier leben.

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© APA/Techt

Innsbruck – Tirol geht beim Testen des Coronavirus offenbar besonders aktiv vor. Mit Stand Freitagmittag wurden von den bis dato österreichweit 15.613 durchgeführten Tests 5.687 Tests alleine in Tirol durchgeführt. Diese Zahlen gehen aus den Statistiken des Gesundheitsministeriums und des Landes Tirol hervor.

Damit ist Tirol für rund 36 Prozent der Testungen verantwortlich, obwohl nur rund 8,5 Prozent der Österreichischen Bevölkerung in Tirol leben. In den beiden bevölkerungsstärksten Bundesländern Niederösterreich und Wien wurden bisher 2.727 (NÖ) und rund 2.700 (Wien) Tests durchgeführt und damit deutlich weniger als in Tirol bei einer deutlich höheren Bevölkerungsanzahl. Das Bundesland Salzburg führte bisher 1.613 Tests durch, Kärnten 1.500 und Vorarlberg 824.

Günter Weiss, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin II, bestätigte im Gespräch mit der APA, dass Tirol besonders intensiv teste. Dies hänge laut Weiss auch damit zusammen, dass im Bundesland aufgrund des Auftretens vermehrter Fälle die Testkapazitäten relativ früh bereits hochgefahren wurden.

Kapazitäten aufstocken

In Tirol können derzeit 300 bis 400 Tests pro Tag durchgeführt werden. Diese Kapazität soll jedoch ab Anfang kommender Woche durch ein weiteres Labor, das Testungen durchführt, noch erhöht werden. Freitagmittag waren insgesamt noch 1.527 Tests in Auswertung.

Im gesamten Bundesland sind neun mobile Screening-Teams unterwegs, die Abstriche vornehmen. Zudem gibt es vier Screening-Stationen, davon jeweils eine in Zams (Bezirk Landeck), in Kufstein, in St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel) und eine am Baggersee in Innsbruck. Darüber hinaus hat die Innsbrucker Klinik eine eigene Screening-Ambulanz eingerichtet.

Steigende Anzahl an Testungen nicht ewig durchführbar

Zudem sei zu überlegen, ob weiterhin Tests in der gesamten Bevölkerung durchgeführt werden, oder ob man dazu übergehe nur mehr spezifische Gruppen zu testen, sagte Weiss. Also etwa Gesundheitspersonal und die vulnerable Bevölkerungsgruppe. Irgendwann sei die ebenfalls stetig steigende Anzahl an Testungen nämlich nicht mehr durchführbar.

Die hohe Anzahl an Fällen in Tirol und die hohe Anzahl an Tests bedinge sich gegenseitig. Treten viele Fälle auf, werden im Umfeld dieser Fälle auch vermehrt Tests durchgeführt. Das vermehrte Testen führe dann wiederum zu einem Ansteigen der Fälle, erklärte Weiss. „Mit einer breiteren Testung gehen natürlich auch die Zahlen mit nach oben", meinte der Mediziner. Zudem habe es in Tirol einige Cluster gegeben, wo besonders viele Fälle aufgetreten sind.

In Tirol werden mittlerweile jedenfalls nicht mehr nur diejenigen getestet, die entweder Kontakt zu einer positiven getesteten Person hatten oder in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet waren, wie zu Beginn der Epidemie, sondern auch alle die eine entsprechende Symptomatik bzw. eine Differenzialdiagnose (Erkrankungen mit ähnlicher oder nahezu gleicher Symptomatik, Anm.) haben, erklärte Weiss. Dies hänge aber nicht damit zusammen, dass Gesamt-Tirol zum Risikogebiet erklärt wurde, sondern mit einer österreichweiten Vorgabe des Gesundheitsministeriums, meinte der Mediziner. (APA)


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