Achenseebahn muss Insolvenz anmelden, Weiterführung unklar

Nach etlichen Versuchen, die angeschlagene Achenseebahn zu retten, kam nun das endgültige Aus. Nach 131 Jahren muss das Unternehmen nun schließen. Ob es doch noch eine Rettung gibt, bleibt vorerst offen.

Im Jahr 1889 wurde die über sechs Kilometer lange Bahnstrecke feierlich eröffnet.
© Fankhauser

Jenbach – Als der Achenseebahn-Vorstand Martin Uhlig Anfang März zum Gespräch mit den beiden LHStv. Ingrid Felipe und Josef Geisler gebeten wurde, war er noch hoffnungsvoll. Doch wie sich herausstellte, waren Anstrengungen der letzten Monate waren umsonst. Das Land erklärte, es werden keinerlei finanzielle Unterstützung mehr geben. Und nachdem auch kein Investor gefunden wurde, ist es jetzt soweit: Die Achenseebahn, deren Historie bis ins Jahr 1886 zurückgeht muss zusperren.

2019 konnte die Achenseebahn einen Umsatz von knapp 1,5 Millionen Euro erwirtschaften. Dabei wurde ein Verlust von etwa 250.000 Euro eingefahren. Die Verbindlichkeiten belaufen sich nach dem Insolvenzantrag auf rund 1,4 Millionen Euro.

Aufgrund der vorhandenen Aktiva dürfte die Bahn nicht überschuldet sein. „Die Voraussetzung für die Eröffnung der Insolvenz liegt trotzdem vor, da bei der Schuldnerin nicht ausreichend liquide Mittel für die Bedienung der kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten vorhanden sind", so der Gläubigerschutzverband KSV 1870 in einer Aussendung am Mittwoch.

Sanierung und Weiterführung mehr als unsicher

Der Vorstand der Achenseebahn erklärte im Insolvenzeröffnungsantrag, dass er den Insolvenzverwalter bei seinen Bemühungen um den Fortbetrieb des Unternehmens mit anschließender Sanierung, welche auch den Erhalt aller Konzessionen bedeuten würde, nach Kräften unterstützen werde . Nach Angaben im Insolvenzantrag würden die Bürgermeister der Eigentümergemeinden die Sanierungsbemühungen auch unterstützen, so der KSV.

Allerdings ist eine Schließung des Unternehmens aus der Sicht des Betreiber nur dann vermeidbar, wenn von dritter Seite (z.B, Eigentümer, Land Tirol oder Investor) kurzfristig liquide Mittel beigebracht werden.

„Auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen ist die Zukunft der Achenseebahn jedenfalls als unsicher einzustufen", so Klaus Schaller, KSV-Regionalleiter West. Das Szenario, dass die Bahn den Betrieb zwischen Jenbach und Maurach am Achensee für immer einstellt, könne, trotz einiger möglicher Szenarien für die Weiterführung derzeit nicht ausgeschlossen werden.“ (TT.com)


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