Warnung vor möglicher Ansteckung in Axamer Lizum und Götzens

Bei zwei Mitgliedern von ausländischen Reisegruppen, die zwischen 13. und 16. März in der Axamer Lizum waren, wurde zuhause Corona festgestellt. Der englische "Patient 0" soll sich bereits im Jänner in Ischgl angesteckt haben.

(Symbolbild)
© TT/Böhm

Innsbruck – Und wieder Après-Ski: Wie schon am Samstag im Zillertal, so erfolgte am Donnerstag auch ein Aufruf der Bezirkshauptmannschaft an alle Personen, die sich zwischen 13. und 16. März in diversen Lokalen und Après-Ski-Bars im Raum Axams/ Götzens sowie in den Gondelbahnen aufgehalten haben. Denn es stellte sich heraus, dass drei ausländische Touristengruppen aus Schweden, den Niederlanden und Irland in dieser Zeit ebenfalls dort waren. Zumindest zwei Mitglieder wurden nach der Rückkehr positiv auf das Coronavirus getestet.

„Da man von einer Inkubationszeit von 14 Tagen ausgeht, sollen alle Personen, die sich ab den 13. März bis zur Schließung des Skigebiets in diversen Lokalitäten aufgehalten – siehe nebenstehende Box – haben, auf ihren Gesundheitszustand achten und bei Symptomen umgehend die Hotline 1450 bzw. die Gesundheitsbehörden kontaktieren“, sagt Bezirkshauptmann Michael Kirchmair. Der Behördenleiter versprach, alles zu tun, um Kontaktpersonen und Zusammenhänge bestmöglich aufzuklären. „Wir treten auch mit allen weiteren MitarbeiterInnen in Verbindung, die in touristischen Betrieben gearbeitet haben“, betonte Kirchmair.

📛 Die betroffenen Lokale und Après-Ski-Bars:

  • Gondel/Liftanlagen Axamer Lizum
  • Almbar (Axamer Lizum)
  • Dohlennest
  • Bärenhütte= Pleisenhütte
  • Sunnalm
  • Hoadl
  • Hotel Edelweiss, Götzens
  • ClubHotel
  • Tiroler Haus
  • Öffentlicher Skibus in die Axamer Lizum
  • Golfstüberl Birgitz
  • Sportcafe Götzens
  • Intersport Axamer Lizum
  • Gasthaus Bini´s
  • Alparthotel, Götzens

Britischer "Patient 0" war im Jänner in Ischgl

Indessen reißen die Berichte über den Corona-Hotspot Ischgl nicht ab. In britischen Medien wird jetzt sogar darüber spekuliert, dass sich der so genannte englische Patient „0“, also der erste Infizierte in Großbritannien, in Ischgl
angesteckt haben könnte. Und zwar bereits Mitte Jänner in Ischgl, wie es heißt.

Eigentlich wurden im Königreich erstmals am 31. Jänner zwei Corona-Erkrankungen gemeldet. Doch daran kommen Zweifel auf. Ein Brite aus der Region Sussex war laut der Zeitung Telegraph vom 15. bis 19. Januar mit drei Freunden aus Dänemark und Minnesota zum Skifahren nach Ischgl gereist. Dort besuchten sie auch die Après-Ski-Bar „Kitzloch“.

Nach seiner Heimreise soll der 50-jährige Engländer an den klassischen Corona-Symptomen gelitten haben. Seine Frau und seine Kinder ebenfalls. Jetzt will sich die Familie testen lassen, damit endgültig Klarheit darüber herrsche, ob sie tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert wurden. Auch die Freunde des Briten klagten daheim über Corona-Anzeichen.

Offiziell wurde der erste Corona-Fall im Ibiza der Alpen am 7. März bekannt. Es betraf den Barkeeper des Après-Ski-Lokals „Kitzloch“. (pn)

Meldepflicht für Erkrankungen

Die Gesundheitsbehörden weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es unter anderem auch für Inhaber von Gast- und Schankbetrieben bei meldepflichtigen Erkrankungen, zu denen auch das Coronavirus zählt, eine gesetzliche Verpflichtung gibt, Erkrankungen zu melden. In den letzten Tagen konnten gewisse Zusammenhänge seitens der Gesundheitsbehörden erst nach Rückmeldungen aus der Bevölkerung und nach darauffolgend nochmaligen Nachgehen der Gesundheitsbehörden aufgeklärt werden.

Auch die ausländischen Gesundheitsbehörden haben den Tiroler Behörden keine Meldungen erstattet. Das Land Tirol weist ausdrücklich darauf hin, dass Lokalbesitzern bei Nichtanzeige einer meldepflichtigen Krankheit eine Anzeige nach dem Epidemiegesetz droht.


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