Deutsche Liga pausiert bis 30. April: Konzept für Neustart in Arbeit

Um großen finanziellen Verlusten zu entgehen, soll die Saison 2019/20 fertig gespielt werden. Frühestens am 1. Mai könnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Zuschauer wird es heuer wohl keine mehr in den Stadien geben.

Der Titelkampf in der deutschen Bundesliga soll laut Plan Ende Juni entschieden sein.
© imago

Innsbruck – In den beiden höchsten deutschen Spielklassen wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie mindestens bis zum 30. April kein Ball rollen. Das haben die 36 Profi-Clubs am Dienstag im Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf Empfehlung des DFL-Präsidiums beschlossen. Ob der Spielbetrieb im Mai fortgesetzt werden kann, ist aktuell völlig offen.

In Deutschland gelten aufgrund der Pandemie zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen Leben, die auch über den April hinaus Bestand haben könnten. Wenn überhaupt, dann werden die verbleibenden 163 Partien in den höchsten beiden Spielklassen wohl als Geisterspiele ausgetragen. Das Konzept für den Neustart muss von der Politik und den Gesundheitsämtern mitgetragen werden.

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"Zuallererst, und das ist nach wie vor keine Frage, geht es um die Kontrolle der Ausbreitung des Virus und insbesondere um den Schutz von Risikogruppen", betonte DFL-Chef Christian Seifert am Dienstag. "Das bleibt auch noch einige Zeit so." Es werde aber mit "Hochdruck" daran gearbeitet, "wie wir nach dieser Krise wieder aufstehen und weiterarbeiten können".

Vier wesentliche Entscheidungen getroffen

Die Mitgliederversammlung traf dazu vier "wesentliche Entscheidungen". Neben der Aussetzung des Spielbetriebes soll bis zum 5. April das Mannschaftstraining unterbleiben. "Gleichzeitig entwickeln wir für alle 36 Standorte des Profifußballs Produktionskonzepte dafür, wie sich mit geringstmöglichem Personaleinsatz vorübergehend auch Spiele ohne Anwesenheit von Zuschauern durchführen lassen", sagte Seifert. Zudem wurde eine medizinische Taskforce eingerichtet und ein "weiteres Bündel an Maßnahmen" beschlossen, das die Clubs beim Lizenzierungsverfahren entlasten soll.

Der zumindest einigermaßen reguläre Saisonabschluss ist für viele Vereine von existenzieller Bedeutung - wird die Spielzeit 2019/20 abgebrochen, droht der Bundesliga ein finanzieller Verlust in Höhe von rund 750 Millionen Euro. Zahlreiche Spieler hatten sich bereits zum Gehaltsverzicht bereit erklärt, in den unteren Ligen ist Kurzarbeit für die Mitarbeiter längst ein Thema. Im Fußball-Geschäft in Deutschland werden in Summe mehrere Zehntausend Menschen beschäftigt.

DFL-Präsidium verteilt Spende der CL-Teilnehmer

Die deutschen Bundesliga-Clubs halten zudem an ihrem Ziel fest, die unterbrochene Spielzeit bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Dies bestätigte Seifert. "Wir haben gemeinsam den Beschluss gefasst, das ist auch heute noch der Stand", sagte Seifert bei einer Videopressekonferenz. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung in den Juli möglich.

Über eine Verteilung der Spende der vier Champions-League-Clubs Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig über 20 Millionen Euro werde laut Statuten das DFL-Präsidium entscheiden, sagte Seifert. Der stellte zudem in Aussicht, dass es neben der laufenden Saison auch im Herbst noch weiter Geisterspiele geben könnte. (APA,dpa)


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