Leichter beschaffbare Analysestoffe: Uni Innsbruck entwickelt neuen Corona-Test

An der Innsbrucker Universität wird derzeit ein neues Corona-Testverfahren entwickelt. Das PCR-Verfahren arbeitet laut Wissenschaftern mit anderen Analysestoffen, die leichter zu beschaffen seien. Das Innsbrucker Labor könnte nach erfolgreicher Evaluierung rund 1000 Tests pro Tag durchführen.

Die Universität Innsbruck will ein alternatives Verfahren anbieten, mit dem der Nachweis des Virus auch bei Ressourcenknappheit gesichert ist.
© Sinsoma GmbH

Innsbruck – Wie von der Bundesregierung und der WHO gefordert, ist zur Bekämpfung des Coronavirus auch eine starke Steigerung der Kapazitäten für Tests wesentlich. Darauf hat die Universität Innsbruck reagiert und an der Fakultät für Biologie ein neues Testverfahren entwickelt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Hochdurchsatzverfahren zur genetischen Analyse von Patientenproben.

Konkret arbeitet dieser Ansatz mit „der Koppelung von hochsensitiver Endpunkt-PCR und Kapillarelektrophorese (CE) im Gegensatz zu herkömmlichen Real-Time-PCR-Protokollen, um genetische Spuren des Virus in Proben aufzuspüren". Das gelinge laut Wissenschaftler Michael Traugott dadurch, dass spezifische, sehr kurze DNA-Sequenzen – sogenannte Primer – verwendet werden, welche an die RNA des Virus andocken. Damit werde es möglich, die „Nadel im Heuhaufen" zu finden. Bereits wenige coronaspezifische Moleküle reichen bei diesem Verfahren nämlich aus, um entdeckt zu werden. Neu am Innsbrucker Ansatz ist, dass damit eine CE-PCR-Analyse im Hochdurchsatz möglich ist.

📽 Video | Neues Testverfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2

Nachweis des Virus auch bei schwieriger Versorgungslage sichern

„Bei diesem neuartigen Ansatz verwenden wir zudem andere Stoffe für die Analyse als die herkömmlichen Testverfahren“, erklärt Traugott weiter. „Dadurch sind wir von Materialverknappungen, wie sie durch den weltweit großen Bedarf an herkömmlichen Tests bereits auftreten, nicht betroffen.“

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„Wir wollen damit ein alternatives Verfahren anbieten, mit dem der Nachweis des SARS-CoV-2-Virus im Hochdurchsatz auch dann gesichert wird, wenn die Versorgungslage noch schwieriger ist", sagt Rektor Tilmann Märk. Gemeinsam mit der Sinsoma GmbH, einem Spin-off-Diagnostik-Unternehmen der Universität, wurden am Institut für Zoologie und am Institut für Mikrobiologie bereits mehrere erfolgreiche Machbarkeitstests durchgeführt.

Das Innsbrucker Labor kann bei erfolgreicher Evaluierung durch die Behörde bis zu 1000 Tests pro Tag durchführen und diese Kapazitäten dann schrittweise auch ausbauen. (TT.com)

Sinsoma GmbH

Das Spin-off-Unternehmen Sinsoma GmbH ist ein Spezialist für die DNA/RNA-Spuren-Analyse. Hochsensitive Methoden ermöglichen es dem aus der Universität Innsbruck ausgegründeten Unternehmen aus verschiedensten Probentypen durch Nachweis von DNA und RNA sowohl einzelne Arten als auch ganze Artenspektren in einem Lebensraum zu identifizieren und zu quantifizieren. Das Spektrum reicht dabei von Mikroorganismen über Pflanzen bis hin zu Fischen und Säugetieren. Die Universität Innsbruck hält über die Uni-Holding eine Beteiligung an der Sinsoma GmbH.


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