In der Ruhe tankt Binder Kraft: Das große Ziel bleibt Le Mans

Für den Zillertaler René Binder gibt es trotz der Corona-Pandemie keinen Stillstand. Der 28-jährige Motorsportler hat große Pläne.

Familie, Arbeit und Training am hauseigenen Simulator – für den Zillertaler René Binder sind die Prioritäten klar verteilt.
© Binder (2)

Von Daniel Suckert

Innsbruck, Fügen – Stillstand ist für René Binder ein Fremdwort. Und das hat sich durch die weltweite Corona-Pandemie nicht verändert. „Man muss es als Tiroler wirklich zu schätzen wissen, dass man hier in den Bergen so viel Freiraum hat, aber ich denke natürlich auch oft an unsere Freunde in Italien oder Spanien, die gerade einen Albtraum erleben“, erklärte der letztjährige Le-Mans-Teilnehmer mit leicht konsternierter Stimme.

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Der Tagesablauf des Zillertalers gestaltet sich natürlich etwas anders als sonst. Fast täglich sitzt Binder alleine in seinem Büro im Familien-Betrieb (Binderholz, Anm.) – mit den Arbeitskollegen, die im Home-Office sind, wird vorwiegend telefonisch zusammengearbeitet.

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Sportlich wurde das heurige PS-Highlight des 28-Jährigen, der 24-h-Rennklassiker in Le Mans, ja bereits früh auf September verschoben. Ein etwaiger Abstecher in die USA ist nicht ausgeschlossen, der restliche Fahrplan steht schon: „Wir gehen in der European Le Mans Series von je zwei Rennen im Juli, im August und im Oktober aus.“

„Solider finanzieller Background, in diesen Zeiten kein Nachteil"

Für den Familienvater ist das „die beste Vorbereitung, weil die Serie bekanntlich das größte Starterfeld im Prototypenbereich aufweist. Es wird keinen offiziellen Le-Mans-Test geben, aber die Tatsache, dass ich für ein Team mit einem sehr soliden finanziellen Background an den Start gehe, ist in diesen Zeiten sicher kein Nachteil. Bei Inter Europol Competition fühle ich mich sehr gut aufgehoben.“

Aus der Sicht des Neffen des Tiroler Formel-1-Pioniers Hans Binder sollte es auch keine Verschiebung des Klassikers mehr geben: „Dazu haben wir eine klare Meinung: Wenn wir uns innerhalb der nächsten eineinhalb Monate nicht schön langsam wieder halbwegs normal bewegen können, werden wir hier in Europa in eine dramatische Situation kommen, die sich kein Land leisten kann. Ich gehe jedenfalls fest davon aus, dass der Termin Ende September halten wird.“

Und bis wieder das endgültige Freizeichen kommt, hält sich der ehemalige GP2-Pilot (2012–16) mit Fitnesstraining und im hauseigenen Simulator fit. Natürlich genießt der leidenschaftliche Skifahrer ebenso die Zeit mit seinem Sohn Niklas, der im September des vorigen Jahres auf die Welt kam: „Uns geht es gut, alle sind gesund. Das ist das Wichtigste.“


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