Vollquarantäne endet: Tirol ab Dienstag wieder auf Bundeslinie

Die Landesregierung beendet die Vollquarantäne und Selbstisolation Tirols, ab Dienstag gelten wieder die Regeln des Bundes. Das Verlassen der Gemeinde und sportliche Aktivität sind damit unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, ein Freifahrtschein ist dies allerdings nicht. St. Anton, das Paznauntal und Sölden bleiben weiterhin unter Quarantäne.

Ab Dienstag gelten in Tirol die bundesweiten Regeln. Auf gefährliche Sportarten wie Skitouren oder Mountainbiken sollte auch weiterhin verzichtet werden.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Tirol wird, was die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus betrifft, ab dem morgigen Dienstag wieder auf Bundeslinie sein. Die seit 19. März geltende Vollquarantäne und Selbstisolation werden beendet, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Montag bei einer Videopressekonferenz. Damit gelten in Tirol die bis Ende April verlängerten Ausgangsbeschränkungen des Bundes.

Von der Aufhebung nicht betroffen sind St. Anton, das Paznauntal und Sölden, die weiterhin unter Quarantäne bleiben. Dahin gehend soll aber noch diese Woche eine Evaluierung vorgenommen werden.

Platter appelliert an Eigenverantwortung

Damit ist in Tirol ab Dienstag wieder – wie in ganz Österreich – das Verlassen der eigenen Gemeinde und sportliche Aktivität unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Die Ausgangsbeschränkungen des Bundes, die ein Verlassen der eigenen Wohnung nur in Ausnahmefällen vorsehen, bleiben aber aufrecht.

Ich appelliere an die Eigenverantwortung keine Skitouren und keine Mountainbiketouren zu unternehmen.
LH Platter

Platter appellierte deshalb an alle Tiroler, auch weiterhin auf Sportarten, bei denen ein Verletzungsrisiko besteht, zu verzichten. "Ich appelliere an die Eigenverantwortung keine Skitouren und keine Mountainbiketouren zu unternehmen", so der Landeschef.

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📽Video | Die Landespressekonferenz zum Nachsehen

Felipe: "Gipfel erreicht, aber beim Abstieg vorsichtig sein"

"Wir haben den Gipfel erreicht, aber beim Absteigen müssen wir vorsichtig sein", meinte LHStv. Ingrid Felipe (Grüne). Es sei wichtig, dass die Tiroler jetzt nicht leichtsinnig werden. "Lassen Sie uns achtsam, langsam und vorsichtig absteigen", appellierte auch sie an die Bevölkerung.

Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten stationären Patienten und auch jenen auf den Intensivstationen seien seit Sonntag bzw. Montag "relativ stabil", sagte Günter Weiss, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin. Aufnahmen und Entlassungen würden sich in etwa die Waage halten. Die Bettenkapazitäten der Tiroler Krankenhäuser seien ausreichend.

Warnung vor "zweiter Welle"

Vor einer möglichen zweiten Infektionswelle warnte indes Cornelia Lass-Flörl, Direktorin der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck. "Wir sehen, dass die Infektionszahlen zurückgehen, aber wir wollen sicher gehen, dass keine zweite Welle kommt", so Lass-Flörl. Die Bevölkerung müsse nun lernen, mit der Freiheit umzugehen und gleichzeitig die Regeln zu befolgen.

Landeshauptmann Platter hatte am späten Abend des 18. März verkündet, dass alle 279 Gemeinden Tirols isoliert werden. Die Heimatgemeinde durfte nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen - und dann nur zum nächsten Ort, wenn in der eigenen Heimatgemeinde beispielsweise kein Lebensmittelhändler vorhanden war. (APA)

❗ Weiterhin nur vier Gründe, das Haus zu verlassen

  • Arbeit
  • Notwendige Erledigungen tätigen, wie Einkaufen oder Arztbesuche
  • Betreuung und Hilfeleistung von unterstützungsbedürftigen Personen
  • Ins Freie gehen, um risikoarmen Aktivitäten wie Spazieren oder Joggen nachzugehen – und das auch nur alleine oder mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben und unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes

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