Formel 1 prüft Auftakt mit Geisterrennen, um die Saison 2020 zu retten

Möglicher Auftaktort könnte die Strecke im britischen Silverstone am 19. Juli sein, in deren Nähe sieben der zehn Rennställe beheimatet sind.

Rennen mit Zuschauern sind in der Motorsport-Königsklasse vorerst unwahrscheinlich.
© WILLIAM WEST

London – Die Formel 1 will ihre Saison wohl auch mit einigen Geisterrennen ohne Zuschauer retten. WM-Läufe hinter verschlossenen Türen würden nun von den Spitzen der Rennserie „ernsthaft geprüft“, berichtete die BBC nach einer Telefonkonferenz mit Teamchefs, Rechteinhabern und Weltverbandschef Jean Todt. Die Formel 1 hofft demnach, dass sich die Lage in der Corona-Pandemie in Europa ausreichend für Geisterrennen im Juli oder August verbessert. Möglicher Auftaktort könnte die Strecke im britischen Silverstone am 19. Juli sein, in deren Nähe sieben der zehn Rennställe beheimatet sind. Der Österreich-Grand-Prix in Spielberg ist vorerst noch für 5. Juli angesetzt.

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Wegen der Corona-Krise ruht der Rennbetrieb der Formel 1 bis mindestens Juni. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte jüngst zum Zeitpunkt eines Saisonstarts gesagt: „Ich hoffe, im Herbst.“

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Budget-Obergrenze von 150 oder 125 Millionen US-Dollar?

Die Sorge um mögliche Pleiten von Teams hat auch eine neue Diskussion um eine weitere Reduzierung der bereits beschlossenen Ausgabengrenze beschleunigt. Statt wie geplant bei jährlich 175 Millionen US-Dollar (161 Millionen Euro) soll das Budgetlimit vom kommenden Jahr an nun bei höchstens 150 Millionen Dollar (138 Millionen Euro) liegen. Eine weitere Absenkung auf 125 Millionen Dollar (115 Millionen Euro) sei von den Branchenriesen Mercedes, Ferrari und Red Bull vorerst abgelehnt worden, berichteten Fachmedien.

Streitpunkt sind vor allem die Kosten für Forschung und Entwicklung. Die drei Top-Teams beliefern die meisten anderen Rennställe mit Bauteilen oder Motoreneinheiten und müssen dafür zunächst Millionen in die Entwicklung investieren. Dies müsse bei der Festlegung eines Budgetlimits berücksichtigt werden. Weitere Gespräche sollen in den kommenden Tagen eine Lösung bringen, hieß es. (dpa)


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