Umfragen: Aktuelle Bedrohung durch Corona wird ernst genommen

Bei zwei repräsentativen Umfragen kam heraus, dass die Bevölkerung in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Bedrohung durch das Coronavirus ernst nimmt. 81 Prozent der Österreicher bewerten die Krisenpolitik der Regierung als sehr oder eher gut.

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© ROLAND SCHLAGER

Wien – Zwei repräsentative Umfragen von Ende März beschäftigen sich mit dem Leben in der Corona-Krise. Eine von Makam-Research unter 500 Personen von 15 bis 80 Jahren durchgeführte Erhebung zielt auf die aktuelle Situation in Österreich ab, eine von Integral vergleicht die Lage in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Hier wurden Personen von 18 bis 69 Jahren befragt, in Österreich exakt 972.

Einig ist man sich demnach in den drei Ländern, dass die Bedrohung durch Corona ernst zu nehmen ist. In Österreich und Deutschland bejahen das je 92 Prozent, in der Schweiz 93 Prozent. Stark mit positiven Folgen nach Corona wird für das Berufsleben bzw. für verstärktes Home-Office gerechnet. 85 Prozent der Österreicher, 81 Prozent der Schweizer und immerhin noch 66 Prozent der Deutschen erwarten in diesem Bereich Auswirkungen.

Auch bezüglich der Änderung des Umweltbewusstseins nach Ende der Krise stimmen die Deutschen mit 43 Prozent am wenigsten zu. In Österreich sind es hier 57, in der Schweiz 55 Prozent. Negative Folgeerscheinungen im Reiseverhalten sehen je 53 der Österreicher und Deutschen sowie 44 Prozent der Schweizer.

Österreicher mit Krisenpolitik zufrieden

Letztlich wurde in dieser Umfrage die Krisenpolitik der jeweiligen Regierung bewertet. In Österreich und der Schweiz ist man da deutlich zufriedener als in Deutschland. So bewerten 81 Prozent der Österreicher die aktuellen Maßnahmen als sehr oder eher gut, bei den Schweizern sind es 70 Prozent, in Deutschland sind es nur 52 Prozent und damit etwa jeder Zweite.

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In der Makam-Research-Umfrage gaben 30 Prozent der Österreicher und damit rund jeder Dritte an, trotz der derzeitigen Lage positiv gestimmt zu sein. Nur zehn Prozent sehen die Situation gänzlich negativ. Auf der zuversichtlicheren Seite sind vermehrt die Altersgruppen von 50 bis 59 Jahren sowie ab 70 Jahren, zudem Haushalte ohne Kinder unter 18 Jahren. Negative Gefühle ob der Pandemie-Situation haben demnach vor allem Personen unter 30 Jahren.

Jeder Fünfte berichtet von Hilflosigkeit, wobei mit den unter 40-Jährigen auch hier Jüngere mehr als Ältere betroffen sind. Gleichfalls Jüngere und rund jeder Fünfte fühlt sich einsam. Angst empfinden 18 Prozent der Österreicher, und zwar mehr die 30- bis 49-Jährigen sowie mehr Frauen als Männer. Dabei versuchen aber acht von zehn ruhig zu bleiben.

Etwa drei Viertel der Österreicher glauben laut der Umfrage, dass nach der Krise eine verstärkte Dankbarkeit für das, was wir haben, bestehen wird, dass Zeit für sich selbst und für die Familie an Stellenwert gewinnen wird. 70 Prozent erwarten einen verstärkten Fokus der Menschen auf das Schöne in der Natur und auf eine verstärkte Achtsamkeit der Menschen in Bezug auf Andere. Zwei Drittel glauben an eine Werteverschiebung in Richtung "weniger ist mehr". (APA)


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