Gut zu wissen: So schützt man Kinder vor Corona-Falschmeldungen

Gerüchte auf Facebook, Kettenbriefe auf WhatsApp und verstörende Bilder – in der aktuellen Krise wird deutlich, dass sich viele schwer tun, Falschmeldungen zu erkennen. Wie Eltern ihre Kinder im Umgang mit digitalen Medien unterstützen können und davon selbst profitieren, erklärt eine Expertin.

(Symbolbild)
© Pixabay

Wien – Fast im Minutentakt trudeln neue Nachrichten zur aktuellen Entwicklung des Coronavirus am Smartphone oder Laptop ein – doch nicht alle davon stimmen. „Falschmeldungen und Gerüchte können besonders in Krisenzeiten zusätzliche Ängste schüren. Eltern sollten darum mit ihren Kindern besprechen, welchen Nachrichten man vertrauen kann, und wie man Fake News erkennt“, so Katrin Grabner, Expertin für Online-Sicherheit von Kindern und Jugendlichen bei SOS-Kinderdorf. Sie hat Tipps, wie Familien mit der Nachrichtenflut umgehen können:

🗨👨‍👧‍👦Mit gutem Beispiel voran

Besprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs, welche Medien über gesicherte Informationen berichten, und welche mit reißerischen Schlagzeilen Aufsehen erregen wollen. Gehen Sie dabei als gutes Vorbild voran und legen Sie einen Medienstopp ein. Zum Beispiel, indem Sie nicht laufend Ihre Social Media Kanäle checken, in denen viele – teils absurde – Infos zu Corona kursieren. Verfolgen Sie die Nachrichten gezielt ein bis zwei Mal am Tag in der Familie und besprechen Sie die Neuigkeiten mit den Kindern.

🗣🚫 Weiterverbreitung verhindern

Gerüchte leben davon, dass jemand sie verbreitet. Jeder und jede Einzelne, der eine Falschmeldung weiterleitet, trägt zur Verunsicherung anderer bei. Infos, die einem Angst machen oder schockieren sollen nicht vorschnell geteilt werden. Motivieren Sie Ihr Kind, Nachrichten, die es beschäftigen, mit Ihnen zu besprechen. Gemeinsam können Sie dann in Ruhe herausfinden, ob an der Info tatsächlich etwas dran ist.

🕵️‍♀️🔍Werden Sie zu Fake News Detektiven

Fake News zu erkennen, kann man üben. Um Ihre Kinder zu dem Thema zu sensibilisieren, können Sie Nachrichten gemeinsam diesen Checks unterziehen:

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

🔎Lassen Sie sich nicht von einem reißerischen Titel fangen, sondern lesen Sie die ganze Geschichte. Wenn diese wenig Erklärungen liefert, könnte leicht etwas faul sein.

🔎 Kontrollieren Sie den Absender: Woher stammt die Nachricht? Webseiten oder Blogs sollten dazu ein Impressum haben. Das steht meist ganz unten. Wenn sich dort keine nachvollziehbaren Angaben finden, ist oft auch die Nachricht nicht viel wert.

🔎 Falschmeldungen erscheinen mitunter im Design bekannter Medien, um glaubwürdig zu wirken. Ein genauer Blick auf die Browser-Zeile im Internet zeigt, ob tatsächlich der vermutete Absender dahinter steckt. Oftmals unterscheidet sich die URL nur minimal vom Original – wie durch einen zusätzlichen Bindestrich oder eine andere Endung.

🔎 Schauen Sie gemeinsam nach, ob sich die Inhalte auf anderen Medienportalen wiederfinden. Zum Beispiel über eine Google-Suche unter dem Karteireiter „News“. Wenn andere Medien bereits zu dem Thema geschrieben haben, ist das glaubwürdiger, als wenn sich immer nur die gleiche Meldung wiederfindet.

👀❗ Bilder hinterfragen

Vor allem in den sozialen Medien kursieren viele teils lustige, teils irritierende Fotos zum Thema Corona. Bilder wirken oft vertrauenswürdiger als Worte – doch auch sie können gefälscht oder aus dem Zusammenhang gerissen sein. Vergewissern Sie sich mit einer „Rückwärtssuche“, ob ein Bild wirklich im richtigen Kontext verwendet wird: Speichern Sie dazu das Bild ab und laden Sie es in der Google-Bildersuche hoch. Nun werden alle Websites angezeigt, die dasselbe Bild verwenden und Sie können den Ursprung eines Bildes ermitteln.

❓💬 Fake News Profis fragen

Es gibt eigene Webseiten und Datenbanken, die sich darauf spezialisiert haben, über Gerüchte und Fake News zu berichten. Die Plattformen hoaxsearch.com, mimikama.at oder correctiv.org sammeln Falschmeldungen und entkräften sie – auch rund um das Coronavirus. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte