Waldbrand im Halltal gelöscht: "Externe Zündquelle" als Ursache vermutet

Am Mittwochabend brach im Halltal ein Waldbrand aus. Durch ihren punktgenauen Einsatz im steilen Gelände konnten die Feuerwehren die Flammen relativ rasch eindämmen. Die Stelle bleibt aber vorerst unter Beobachtung. Eine Selbstentzündung als Ursache wird ausgeschlossen.

Der Polizeihubschrauber Libelle unterstützte am Donnerstag das Löschen der Glutnester aus der Luft.
© LIEBL Daniel | zeitungsfoto.at

Absam – Der am Mittwochabend ausgebrochene Waldbrand im Halltal ist gelöscht. Das erklärte die Polizeipressestelle am Donnerstagnachmittag gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online. Nach einem Erkundungsflug mit dem Polizeihubschrauber Libelle am Vormittag, konnten demnach keine Glutnester mehr festgestellt werden. Um 14 Uhr wurde der Einsatz beendet.

Die Brandstelle stehe aber weiter unter Beobachtung, bei einem Wiederaufflammen soll die Brandbekämpfung von der Luft aus durchgeführt werden. Auch die zwei Löschleitungen – die in der Nacht installiert wurden – bleiben vorerst liegen, um im Bedarfsfall rasch reagieren zu können, erklärte der Absamer Feuerwehrkommandant Bernhard Fischler auf Nachfrage der TT. Man könne zwar davon ausgehen, dass es zu keiner weiteren Ausbreitung komme, dennoch sei vor allem die Nacht auf Freitag noch kritisch. Wald, Latschen und Wiesen auf einer Fläche von etwa einem Hektar wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen.

Bernhard Fischler, Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Absam, erklärte, dass man den Brand zum Glück gut isolieren habe können.
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"Es war ein eigener Geländevorsprung, auf dem sich die Flammen ausbreiteten", führte Fischler aus. "Wir haben in der Nacht über steilstes Gelände eine Leitung hinaufgebaut und das hat super funktioniert." So habe man den Brand relativ rasch "einkesseln und isolieren" können, wodurch Schlimmeres verhindert wurde.

"Zu 99 Prozent keine Selbstentzündung"

Nach der Besichtigung durch den Bezirksbrandermittler gibt es auch Aufschlüsse über die mögliche Ursache. Denn der Brand dürfte direkt an einer Wegböschung im Halltal seinen Ausgang genommen haben. Laut Polizei bestehe "die Vermutung, dass eine externe Zündquelle eingebracht wurde". Ob es sich dabei um eine weggeworfene Zigarette oder eine andere Quelle handelte, war nicht mehr herauszufinden.

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Auch Feuerwehrkommandant Fischler erklärte, dass es sich "zu 99 Prozent" um keine Selbstentzündung gehandelt habe: "Das Feuer nahm direkt neben dem Weg seinen Ausgang."

Der Waldbrand wurde kurz vor 22 Uhr gemeldet.
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Der Waldbrand war am Mittwochabend in einem steilen und teilweise felsdurchsetzten Gelände ausgebrochen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte standen bereits große Flächen aus Latschen, teilweise Wiesenflächen, Bäumen und Sträuchern in Vollbrand. Durch ungünstige Windverhältnisse in Verbindung mit der derzeit herrschenden extremen Trockenheit breitete sich der Brand rasch in sämtliche Richtungen aus.

🔗Video | Waldbrand im Halltal

Die Feuerwehren Absam, Hall, Mils und Thaur rückten mit insgesamt 137 Mitgliedern aus. Sie konnten den Brand zunächst etwas eindämmen und gegen 1 Uhr schließlich unter Kontrolle bringen.

Den Feuerwehrleuten spielte in die Hände, dass sich das Feuer vor allem in den felsdurchsetzten Bereichen nicht mehr bzw. nicht mehr so stark ausbreiten konnte. Die Feuerwehr Absam hielt über Nacht Brandwache. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Hall, Absam, Thaur und Mils rückten sofort aus.
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Donnerstagfrüh waren noch Hubschrauber für die Brandbekämpfung angefordert worden, um die restlichen Glutnester zu löschen. Neben den örtlichen Feuerwehren half auch jene von Swarovski Optik bei dem Einsatz. (TT.com)


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