Gut zu wissen: Das ist bei einer Radtour mit Kindern zu beachten

Die richtige Ausrüstung und eine gute Einschulung darf bei einem Radausflug mit Kindern nicht fehlen. Vor allem jetzt sollte man möglichst vorsichtig fahren, um Unfälle zu vermeiden. Eine Verkehrspsychologin gibt Tipps.

© ÖAMTC \/ APA-Fotoservice \/ Martin Hörmandinger

Wien – Die Quarantäne in Tirol ist aufgehoben, das nützen viele für eine kurze Fahrradtour. Für Familien kann das in diesen Tagen eine willkommene Abwechslung sein. „Die Kinder werden so von Smartphone, Spielkonsolen und Fernsehgeräten weggelockt, kommen an die frische Luft und trainieren nebenbei Gleichgewichtssinn, Ausdauer und Rücksichtnahme", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Ein solcher Radausflug mit dem Nachwuchs sollte jedoch gut vorbereitet sein. Eltern und Begleitpersonen sollten den Kindern Regeln erklären und auf die richtige Ausrüstung achten. Die wichtigsten Tipps der Verkehrspsychologin sind hier zusammengefasst:

🚲 Wie gehe ich eine Radtour am besten an?

Ideal ist es, direkt von zu Hause und nur mit der engsten Familie – aktuell vor allem ohne Großeltern – zu starten. Die Strecke sollte nicht zu lang sein, um die Kinder nicht zu überfordern. „Wichtig ist auch, ohne Hektik unterwegs zu sein, ohne 'Wettkampfgedanke' oder Geschicklichkeitsparcours. Das Verletzungsrisiko muss weitgehend minimiert werden, sodass kein Arzt- bzw. Spitalsbesuch aus der Radtour resultiert", rät die Expertin des Mobilitätsclubs. „Und eine kleine Notfallapotheke sollte dabei sein."

🚲 Wie hoch soll der Sattel eingestellt sein?

Wenn das Rad länger nicht in Gebrauch war, sollte es einem kurzen Check unterzogen werden. Die Größe des Rads muss dem Kind angepasst sein: „Die Sattelhöhe ist korrekt, wenn sich das Kind mit beiden Fußballen auf dem Boden abstützen kann."

🔛 Wie soll der Lenker eingestellt sein?

Die Breite des Lenkers sollte in etwa mit der Schulterbreite übereinstimmen. Wichtig ist auch, dass eine aufrechte Sitzposition möglich ist. Zur Entlastung des Oberkörpers sollte der Lenker eindeutig höher als der Sattel sein.

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⁉ Welche Sicherheitsvorschriften gelten für Fahrräder?

  • Die Bremsen müssen voll funktionstüchtig und leicht bedienbar sein.
  • Auch die Beleuchtung – wie ein Scheinwerferlicht nach vorne und rotes Rücklicht – sollten immer am Rad angebracht sein, „auch wenn sie nur bei Dunkelheit oder schlechter Sicht vorgeschrieben sind", rät ÖAMTC-Juristin Tanja Berthold.
  • Außerdem sind sowohl eine Klingel oder Hupe als auch mehrere Reflektoren erforderlich: weiße nach vorne, gelbe in den Speichen und an den Pedalen, rote nach hinten. Statt Speichenreflektoren sind auch reflektierende Reifen erlaubt.

🛑 Was passiert, wenn das Rad nicht richtig ausgerüstet ist?

Wer sich nicht an die Ausrüstungsbestimmungen hält, riskiert eine hohe Strafe: Bis zu 726 Euro pro fehlendem Teil sind möglich.

⛑ Muss man beim Radeln einen Helm tragen?

„Eine geeignete Sicherheitsausrüstung sowohl für Rad als auch für Radler sollte selbstverständlich sein und ist in diesen Tagen wichtiger denn je", rät die Expertin. „Eltern haben hier Vorbildfunktion – dazu gehört auch das Tragen eines Fahrradhelms. Für Kinder unter 12 Jahren ist er Pflicht, sollte aber auch für ältere Radfahrer ein 'Must-have' sein."

👉 Ergänzt mit Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschützern sowie festen Schuhen ist man gut geschützt unterwegs. Zur weiteren Senkung des Verletzungsrisikos tragen auch ein gepolsterter Lenker sowie breite, trittsichere Pedale bei.

🧒🏼 Dürfen Kinder alleine radeln?

Wenn Kinder kurz allein eine Runde auf dem Fahrrad drehen möchten, ist es gesetzlich wie folgt geregelt: Kinder unter zwölf Jahren dürfen nur mit einer Begleitperson – die mindestens 16 Jahre alt ist – Radfahren. Besitzt das Kind einen Radfahrausweis, darf es bereits früher allein radeln: Der Ausweis darf erworben werden, wenn das Kind das 9. Lebensjahr vollendet hat und die 4. Schulstufe besucht oder das 10. Lebensjahr vollendet.

Derzeit sollte jedoch der persönliche Kontakt zu Freunden vermieden werden und die Eltern dabei sein. „Die Begleitung durch einen 'Erfahrenen' ist auch im Hinblick auf die Unfallvermeidung sinnvoll – Kinder sind häufig leicht ablenkbar und können noch Fahrhilfe benötigen", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Seidenberger.

🚩Generell gilt: Radler müssen auf den für Fahrräder erlaubten Verkehrsflächen fahren, es gilt eine Radwegbenutzungspflicht. Gehsteig und -weg sind tabu. Am sichersten ist es, wenn Kinder bei Radtouren stets vorne und die Erwachsenen hinten fahren – ausgenommen sind schwierige Passagen, bei denen man besser tauscht. (TT.com, tkl)

📌 Tipp

📱 Mit der kostenlosen ÖAMTC-App "Fahrrad-Champion" kann sich der Nachwuchs spielerisch mit Vorrangregeln, Verkehrszeichen und vielem mehr auseinandersetzen. Die Experten des Mobilitätsclubs haben 120 Fragen ausgearbeitet, die wichtige Verkehrsthemen einfach vermitteln.

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