Neu gegründeter "Eishockey-Verein Linz" will in die EBEL

Hinter den Förderern stehen ehemalige Vizepräsidenten der Black Wings Linz sowie der Ex-Manager und aktuelle Sponsoren.

Im Linzer Eishockey ist "Feuer" drin.
© GEPA pictures/ J. Berlesreiter

Linz/Wien - In Linz hat sich ein neuer Eishockeyverein gegründet, der einen Antrag auf Aufnahme in die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) stellen will. Laut Presseaussendung sollen ein erweiterter Vorstand und ein Präsidium in der ersten konstituierenden Generalversammlung gewählt werden. Hinter den Förderern stehen ehemalige Vizepräsidenten der Black Wings Linz sowie der Ex-Manager und aktuelle Sponsoren.

Im Linzer Eishockey prägten interne Streitigkeiten bei den Black Wings Linz in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen. Präsident Peter Freunschlag hatte zuletzt Gregor Baumgartner als neuen Manager der Linzer präsentiert. Dessen Vorgänger Christian Perthaler steht nun auf der Unterstütze-Liste des neuen Eishockey-Vereins. Ebenso wie Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch, die in einer Vorstandssitzung im März als Vizepräsidenten bei den Black Wings ihren Rücktritt erklärt hatten - wobei unklar ist, ob dies rechtlich auch hält.

Auch drei Fanclubs wechseln die Seiten

Die Hauptsponsoren Liwest (Stefan Gintenreiter) und Linz AG (Erich Haider) wechselten laut Papier ebenfalls die Fronten, dazu zumindest drei Fanclubs.

Freunschlag sieht dieser Neugründung verwundert, aber ruhig entgegen, wie er der APA - Austria Presse Agentur am Montag auf Anfrage sagte: "Der ganze Verein steht hinter mir, bis auf die Vizepräsidenten und der Manager, die sich abgesondert haben. Und es heißt ja nicht, dass die Sponsoren nicht auch noch bei uns Sponsortätigkeit machen werden, das werden wir in den nächsten Wochen klären." Aufgrund der Corona-Pandemie müsse man sowieso mit einem verminderten Budget rechnen.

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Die Vorgehensweise kann Freunschlag aber nicht nachvollziehen. "Es ist für mich unverständlich, warum die Leute so einen Weg bestreiten wollen, einen neuen Verein gründen und mich unter Druck setzen." Für die Black Wings sei es aber noch nicht vorbei. "Das ist nicht das Ende, aber es wird schwieriger, weil die Herren einige Sponsoren abziehen."

"Wollen demokratischen, erfolgreichen Eishockey-Verein in Linz"

Vergangene Woche hatte Präsident Freunschlag im APA-Gespräch noch erklärt, dass er einige Forderungen seiner Kritiker umsetzen sowie den Verein "demokratisieren und finanzielle Transparenz" schaffen wolle. Bezüglich der Hauptsponsoren hatte er sich zuversichtlich gezeigt, dass diese erhalten bleiben. Dem scheint nun nicht so.

Der neue "Eishockey-Verein Linz" schrieb in der Aussendung vom Montag: "Wir wollen einen demokratischen, erfolgreichen Eishockey-Verein in Linz. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen gibt es nur mehr eine Lösung: ein Neustart! Ein neuer Eishockey-Verein Linz mit einer gültigen Lizenz für die Erste Bank Eishockey Liga. Wir haben einen neuen Verein angemeldet und konnten viele Unterstützer für dieses Projekt begeistern."

Laut Freunschlag sei gemäß den Statuten die Anmeldefrist für die kommenden Saison aber bereits abgelaufen, er rechnet also nicht mit einer Meisterschafts-Teilnahme des neuen Vereins in der Saison 2020/21. In Linz gibt es übrigens auch nur eine Eishalle und eine weitere Trainingshalle.

Eishockey-Liga von der Vereinsgründung überrascht

Die Eishockey-Liga wurde von der Vereinsgründung in Linz am Ostermontag überrascht. Geschäftsführer Christian Feichtinger stellte klar, dass derzeit nur die Black Wings der Liga angehören.

"Wir haben einen Verein, die Black Wings, durch Präsident Peter Freunschlag vertreten, der ordnungsgemäß gemeldet hat und der damit bestätigt, dass das Gamebook (Anm.: Ligaregularien) erfüllt wird", sagte Feichtinger. "Wir haben einen Verein, der sich an alle Vorgaben hält", betonte er.

In Gesprächen will Feichtinger in den nächsten Tagen aber Klarheit, wie es in Linz weitergeht. Denn auch er weiß, dass das Personenkomitee des neuen Vereins "ein sehr potentes" ist. "Ich hoffe, dass die Vernunft siegt. In Zeiten wie diesen ist es sowieso nicht so einfach", schloss Feichtinger. (APA)


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