Britische Regierung will Maßnahmen noch nicht lockern

Die britische Regierung muss bis Donnerstag über eine Verlängerung der seit 23. März geltenden Ausgangssperre entscheiden. Frankreich lässt Grenzen mit Nicht-EU-Staaten weiter geschlossen.

Außenminister Dominic Raab
© AFP

London, Paris - Die britische Regierung will die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausgangssperre vorerst nicht lockern. Außenminister Dominic Raab, der den an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten Premierminister Boris Johnson vertritt, sagte am Montag in London, trotz einiger "positiver" Entwicklungen sei der "Höhepunkt" der Virus-Ausbreitung in Großbritannien noch nicht erreicht.

Die britische Regierung muss bis Donnerstag über eine Verlängerung der seit 23. März geltenden Ausgangssperre entscheiden. Die Maßnahme galt zunächst für drei Wochen, ihre Verlängerung gilt als sehr wahrscheinlich.

Raab sagte, er rechne nicht damit, dass die bestehenden Maßnahmen "zu diesem Zeitpunkt" schon geändert werden. Die Regierung werde die Ausgangssperre erst lockern, wenn sie sichergehen könne, dass solche Änderungen "sicher" seien. Wenn die Einschränkungen zu früh gelockert würden, drohe eine "zweite Welle" an Infektionen.

Zahl der Toten vermutlich höher als angegeben

Die Zahl der Virus-Toten in Großbritannien war am Montag auf insgesamt 11.329 gestiegen. Binnen eines Tages starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 717 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Von Samstag auf Sonntag waren 737 Todesfälle gezählt worden. In den beiden vorangegangen Tagen waren jeweils knapp tausend Tote gezählt worden.

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Die tatsächliche Zahl dürfte noch weitaus höher liegen, da nur die Opfer in Krankenhäusern gezählt werden, nicht aber beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen. Die Zahl der bestätigten Infektionen in Großbritannien liegt inzwischen bei insgesamt 88.621.

Verlängerung des Einreisestopps bis zum 15. Mai vorgeschlagen

Frankreich will unterdessen seine Grenzen mit Nicht-EU-Staaten wegen der Covid-19-Pandemie weiter geschlossen halten. Das kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache an. Einen Termin nannte er dabei nicht. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche eine Verlängerung des Einreisestopps bis zum 15. Mai vorgeschlagen. Macron hatte sich von Anfang an für strengere Kontrollen und Einreisebeschränkungen an den Grenzen des Schengenraums ausgesprochen. (APA, AFP)


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