Handelsöffnung: Zwiespältige Einkaufs-Bilanz in Innsbruck

Die stationären Händler in der Tiroler Landeshauptstadt beschreiben die ersten zwei Tage, an denen sie wieder geöffnet hatten, mit "katastrophal" bis "zufrieden".

Auch das Bild bei den Baumärkten scheint am zweiten Einkaufstag schon ein wenig zu bröckeln.
© Vanessa Rachlé

Von Markus Stegmayr/APA

Innsbruck – Die Bilanz Innsbrucker Kaufleute nach dem zweiten Einkaufstag nach der Corona-Totalsperre fällt zwiespältig aus. Während etwa der Inhaber eines Süßwarenladens von einer "Katastrophe" spricht, zeigt sich der Chef einer Spielwarenhandlung "zufrieden" mit Umsätzen und Kundenfrequenz. Anstürme wie auf die Baumärkte haben aber beide nicht erlebt.

Doch auch das Bild bei den Baumärkten scheint am zweiten Einkaufstag schon ein wenig zu bröckeln. Bei einem Baumarkt am Innsbrucker Mitterweg war am Mittwochvormittag von einem großen Kundenansturm wenig zu merken. Nur vereinzelte Heimwerker und Pflanzenfreunde schieben mit riesigen Abständen ihre Wägen durch das großzügig geschnittene Geschäft. Auch am Parkplatz vor den Eingangstüren bilden sich keine Warteschlangen – weder kleine noch große.

"Ich hoffe auf baldige Normalisierung"

Trotz des Ausbleibens des großen Ansturms, zumindest bei diesem Baumarkt, wäre das eine Kundenfrequenz, mit welcher der Inhaber des Süßwarengeschäftes "Bärenland" in der Innsbrucker Altstadt derzeit hochzufrieden wäre. "Es ist eine Katastrophe", sagt Christian Schiff zur APA – nach den ersten beiden Geschäftstagen befragt. "Ich würde sehr gerne verkaufen, aber es kommt so gut wie niemand", schiebt er nach. In etwa zehn Minuten verirrt sich exakt ein Kunde in sein Geschäft. "Ich hoffe auf baldige Normalisierung", sagt Schiff mit leicht resignativem Unterton.

In einem nahe gelegenen Geschäft für Damenmode, das von den Geschwistern Barbara und Tobias Gatt geführt wird, verhält es sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Das Geschäft, in dem laut der neuen Verordnung bis zu drei Kunden zugleich sein dürften, ist im unteren Stock gähnend leer. Im oberen Stock ist die Chefin des Hauses im Gespräch mit einer Stammkundin.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen
Die Laufkundschaft bricht aber natürlich weg.
Tobias Gatt, Modehaus Gatt

Diese seien jetzt auch der große Gewinn des Modegeschäftes, betont Barbara Gatt. "Wir haben in der Zeit der Schließung viel über soziale Netzwerke mit unseren Kunden kommuniziert", berichtet sie. Auch deswegen kämen die Stammkunden nach wie vor. "Die Laufkundschaft bricht aber natürlich weg", führt Tobias Gatt aus.

Manfred Gress von Spielwaren Heiss ist mit den ersten beiden Tagen sehr zufrieden.
© Rudy de Moor/TT

Absolut keinen Grund zur Klage sieht hingegen Manfred Gress, der Inhaber des Spielwarenhandels "Spielwaren Heiss" in der Museumsstraße. "Am ersten Tag der Öffnung hatten wir viel Arbeit", sagt Gress. Die Frequenz in seinem Laden sei nach wie vor hoch. Die Kunden kämen zwar zum Teil "gezielter", die Umsätze seien aber gut. Eine Aussage, die sich an Ort und Stelle auch bestätigt. Ein Mann um die fünfzig schlägt zu und gönnt sich Eisenbahnen inklusive Zubehör um mehrere hundert Euro.

"Besser als erwartet"

Das wiederum sind Umsätze, die sich Rainer Pöschl, Betreiber des "Musikladens Innsbruck"am Innsbrucker Sparkassenplatz im Moment nur wünschen kann. "Ich habe am ersten Tag eigentlich mit einem Komplettausfall gerechnet", meint Pöschl. "Es war dann aber besser als erwartet", meint der Musikladen-Chef. Die Umsätze hätten sich aber dennoch in einem sehr überschaubaren Rahmen gehalten. "Einige haben etwa Platten abgeholt, die sie vor der Sperre bestellt hatten", fügt er hinzu.

Der Besucherandrang im Musikladen am Sparkassenplatz hielt sich in Grenzen.
© Vanessa Rachlé
Die Stimmung auf dem Sparkassenplatz gleich eher einem Sonntag als einem Wochentag.
Rainer Pöschl, Musikladen Innsbruck

In Bezug auf künftige Umsätze traut er sich keine Prognosen zu stellen. Aber er berichtet von einer gänzlich veränderten Kundenfrequenz. "Man muss sich nur den Sparkassenplatz jetzt zur Mittagszeit ansehen", sagt er. Die Stimmung dort gleiche eher einem Sonntag als einem Wochentag.


Kommentieren


Schlagworte