Corona-Krise lässt Automarkt einbrechen: Halb so viele Zulassungen

Im Vergleich zum März 2019 meldeten fast halb so viele Österreicher heuer ein neues Auto an. Selbst die Nachfrage nach Gebrauchtwagen geriet im März ins Schleudern. Trotzdem wollen viele Österreicher nach der Krise verstärkt auf das Auto setzen.

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Wien – Die Coronakrise bremst auch den Automarkt aus. Selbst die Nachfrage nach Gebrauchtwagen geriet im März ins Schleudern. Um fast die Hälfte weniger Gebrauchtwagen wurden zugelassen, wie aus den aktuellen Zahlen der Statistik Austria von Donnerstag hervorgeht. Bei den Neuwagenverkäufen gab es sogar ein Minus von 66,7 Prozent.

Unabhängig setzen die Österreicher nach der Corona-Krise auf ihr Auto. Das gaben in einer Umfrage des Online-Autoanbieters AutoScout24.at 20 Prozent der befragten Lenker an. Sie wollen ihre Autos in Zukunft vermehrt nutzen zu wollen, um weniger mit Bakterien und Viren in Berührung zu kommen.

Weniger gebrauchte Vier- und Zweiräder zugelassen kauft

Die Zahl der Zulassungen von Gebrauchtwagen sackte gegenüber dem März im Vorjahr um 48,7 Prozent ab. Im gesamten ersten Quartal gingen die Pkw-Gebrauchtzulassungen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16,6 Prozent auf 172.349 Stück zurück. In den ersten beiden Monaten lagen sie noch im Plus – im Jänner mit 3,7 Prozent, im Februar nur noch ganz knapp mit 0,1 Prozent.

Ebenfalls verpufft ist die Nachfrage nach gebrauchten Zweirädern – bei den Motorrädern sanken die Zulassungen heuer im ersten Quartal um 43,2 Prozent, bei Motorfahrrädern um 42,4 Prozent.

Auto wird angesichts der Corona-Krise dennoch wichtiger

Laut der unter 500 Autofahrern im März durchgeführten Online-Befragung von AutoScout24.at stimmten 53 Prozent der Aussage zu, dass das Auto aktuell mehr an Bedeutung gewinnt. Mit Blick auf die – noch nicht absehbare – Rückkehr in die Normalität sind die Österreicher bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel skeptisch. Nur fünf Prozent der Befragten wollen die „Öffis" nach der Corona-Krise mehr nutzen als davor.

Zum gewohnten Mobilitätsverhalten zurückkehren wollen gemäß der Umfrage 56 Prozent, in der Altersschicht der 50- bis 65-Jährigen sogar zwei Drittel. Insgesamt wollen vier von zehn Befragten ihr Mobilitätsverhalten ändern. Rund ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass es nach der Corona-Krise weniger unterwegs sein wird und die Mobilität tendenziell einschränken wird.

Fahrradmarkt hofft auf Aufschwung

Der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportartikelausrüster Österreichs (VSSÖ) hält fest, dass viele Unternehmen derzeit von der Bedeutung des Fahrrades überzeugt sind und im Sportfachhandel vermehrt Jobräder für ihre Mitarbeiter anfragen.

„Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der gesunden Mobilität – jetzt mehr denn je. Doch es ist viel weiter nach vorne zu blicken: Wenn jetzt viele Menschen den Wert des Fahrrades als Verkehrsmittel für Alltagsstrecken erkennen, können die Mobilitätsgewohnheiten nachhaltig verändert werden. Das kann zu einer Mobilitätswende weit nach der Covid-19 Krise führen", meinte Michael Nendwich, Vorsitzender des Berufszweigs Sportartikelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich. (APA)


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