Bericht: Ex-Mitarbeiterin wirft Biden sexuelle Gewalt vor

Der US-Demokrat Joe Biden soll im Jahr 1993 im Senatsgebäude eine damalige Mitarbeiterin gegen eine Wand gedrückt, unter ihren Rock gefasst und sie mit einem oder zwei Fingern penetriert haben.

Joe Biden, der designierte demokratische US-Präsidentschaftskandidat.
© SAUL LOEB

Hamburg, New York – Eine frühere Mitarbeiterin des designierten demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden wirft ihm vor, ihr sexuelle Gewalt angetan zu haben. Wie Spiegel Online am Freitag unter Berufung auf die New York Times berichtete, sagte Tara Reade, Biden habe sie im Jahr 1993 im Senatsgebäude gegen eine Wand gedrückt, unter ihren Rock gefasst und sie mit einem oder zwei Fingern penetriert.

An den Zeitpunkt und genauen Ort des Angriffs könne sie sich nicht mehr erinnern, erklärte Reade den Angaben zufolge weiters. Eine Sprecherin Bidens wies die Darstellung als falsch zurück. "Das ist definitiv nicht passiert", meinte sie.

Mitarbeiter sollen nichts unternommen haben

In der New York Times war laut Spiegel in dieser Woche ein ausführlich recherchierter Artikel über den Fall erschienen. Reade erzählte dem Blatt, sie habe sich seinerzeit hochrangigen Mitarbeitern Bidens anvertraut, aber diese hätten nichts unternommen.

Mehrere Mitarbeiter, die damals mit Biden zusammenarbeiteten, widersprachen der Darstellung Reades. Bidens damaliger Büroleiter erklärte, er kenne Reade nicht. An ihn habe sie sich nicht gewandt. Die Nachrichtenagentur AP kontaktierte 21 ehemalige Mitarbeiter Bidens. Keiner erinnerte sich an eine Beschwerde Reades gegen ihren Chef.

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Es gibt auch Personen, die die Darstellung der Frau stützen. Eine Freundin Reades sagte der New York Times, diese habe ihr bereits im Jahr 1993 über den Vorfall berichtet. Auch Reades Bruder bestätigte die Angaben seiner Schwester.

Reade hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, Biden habe sie in unangemessener Weise an Hals und Schulter berührt. Die weiteren Vorwürfe erwähnte sie aber nicht. Sie habe erst jetzt den Mut dazu gefunden, sagte sie.

Da niemand außerhalb Reades Umfeld die Vorwürfe bestätigt habe und Aussage gegen Aussage stehe, spreche einiges dafür, dass Biden den Vorfall politisch unbeschadet überstehen dürfte, heißt es in dem Spiegel Online-Bericht. (APA)


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