Ärzte empfehlen: Notwendige Impfungen nicht vernachlässigen

Mit der diese Woche erfolgten schrittweisen Öffnung der Ordinationen sollen Basisimpfungen, wie zum Beispiel jene gegen das durch Zecken verbreitete FSME-Virus wieder anlaufen.

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© APA (dpa)/Franziska Gabbert

Wien – Österreichs Ärztekammer empfiehlt, in Corona-Zeiten bisher hintenan gestellte Impfungen nun rechtzeitig nachzuholen. Mit der diese Woche erfolgten schrittweisen Öffnung der Ordinationen sollen Basisimpfungen wie jene gegen das durch Zecken verbreitete FSME-Virus wieder anlaufen. Für den Arztbesuch unbedingt notwendig ist freilich, die nötigen Schutzvorkehrungen einzuhalten.

"Wir waren immer der Meinung, dass auch in Covid-Zeiten auf die Basisimpfungen nicht vergessen werden darf", betonte Rudolf Schmitzberger, Leiter des Referat für Impfangelegenheiten der Ärztekammer. Es sei ein "massives Problem", sollten in Pandemie-Zeiten Impfungen vernachlässigt werden. So sei die Ausbreitung der Masern durch fehlende Impfungen schon in der Vergangenheit ein Problem gewesen. Dies sei aktuell auch im vom Corona-Ausbruch stark betroffenen Italien sichtbar.

Empfehlung Impfungen aufzuschieben "irritierte"

Wie Schmitzberger anmerkte, gebe es keinen Grund dafür, mit Impfungen zuzuwarten. Mitte März hatte das Nationale Impfgremium empfohlen, Schutzimpfungen wegen der Covid-19-Pandemie für die kommenden drei Wochen vorerst aufzuschieben. Dies habe laut Schmitzberger für "Irritationen" gesorgt. Die Möglichkeit, nach Rücksprache mit dem betreuenden Arzt zu einem individuellen Termin zu erscheinen, sei untergegangen.

Der Vorstand der Ärztekammer beschloss nun, das Prozedere einfacher zu machen. So wurden nach einem einstimmigen Beschluss die Fachbeschränkungen vorübergehend aufgehoben. Beispielsweise können Kinderärzte nun auch Erwachsene impfen. Dies soll bei der Anmeldung aber klar kommuniziert werden, so Schmitzberger.

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"Da braucht es im Einzelfall ein gewisses Geschick"

Patienten müssen vor einem Ordinationsbesuch grundlegend vorher telefonisch Kontakt aufnehmen. So könnten die Terminvergaben strikt eingehalten werden. In der Ordination soll eine Mund-Nasen-Schutzmaske getragen werden, dies gilt auch für Kinder über sechs Jahre. Im Wartezimmer sollen sich möglichst wenige Personen gleichzeitig aufhalten. Gegebenenfalls soll man vor dem Eingang noch einmal telefonisch Kontakt aufnehmen.

Patienten, die sich krank fühlen, sollen natürlich zu Hause bleiben. Dies gilt auch für Begleitpersonen. Grundlegend sollte sich nur der Patient in der Ordination aufhalten. Eine Ausnahme sind Elternteile mit Kindern. "Da braucht es im Einzelfall ein gewisses Geschick. Im Normalfall sollte es aber kein wirkliches Problem darstellen", sagte Schmitzberger. (APA)


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