Maskenball mit Kontaktverbot: WSG ließ den Ball wieder rollen

Manndeckung verboten! Beim gestrigen Trainingsauftakt unternahm die WSG Swarovski Tirol nach 42 Tagen Pause wieder einen ersten Schritt in Richtung Normalität. Vom Kontaktsport Fußball war indes keine Rede.

Aus sicherer Distanz schaute Trainer Thomas Silberberger seinen Kickern auf die Füße.
© WSG

Von Florian Madl

Wattens – Ein Vorhängeschloss mit dreistelliger Nummernkombination signalisierte gestern, dass Kiebitze bei diesem Training nicht erwünscht seien. Dabei ging es weniger um geheime Eckballvarianten vor einem nächsten Bundesliga-Spiel als um die nüchterne Corona-Realität. „So etwas kenn’ ich nur von der Schweinegrippe in England“, meinte Ex-Legionär Stefan Maierhofer lapidar, als er nach seiner einstündigen Einheit das Gernot-Langes-Stadion verließ. Auch damals hieß es Hände desinfizieren und Handschlag verweigern, „nur Masken hatten wir keine auf“. Der „Major“ fand die Maßnahme dennoch gut.

In den vergangenen Wochen hatten sich der 37-Jährige und Kicker-Kollege Marko Stankovic im Privatsender Sky beim Online-Training abgewechselt, zuletzt hatte der Schlaks mit der bewegten Vergangenheit den Schwimmteich der Eltern in Niederösterreich hergerichtet oder Holz gestapelt. „Fad wurde mir nie.“ Das galt auch für Ignacio Jauregui, der in der Spielpause unters Messer musste (Blinddarm).

Die WSG trainierte wieder auf Rasen.

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Aber es sei dann doch wieder schön, am Platz zu stehen. Und ungewöhnlich, die Kollegen auf Distanz zu haben, denn „Fußball bleibt eine Kontaktsportart“. Die ges­trigen Übungen würde man in einer Normalität, wie sie der Fußball bis zu diesem Jahr kannte, als Aufwärmübung einordnen. Passspiel, Ballführen – das hatte nichts mit Regelbetrieb zu tun. Umgelegte Bierbänke boten sich für Doppelpässe an, Stangen und Hütchen kennt man als zentrale Trainingsbestandteile in erster Linie vom Nachwuchs.

Doch auch Benni Pranter empfand die Sache als „sehr positiv“. „Jetzt müssen wir uns an die Vorschriften halten, das hilft nichts.“ Der „Zauberfuß“ wähnt sich ein wenig eingerostet, der Rhythmus sei „verloren gegangen“. „Aber verlernt haben wir nichts. Das ist wie nach einer langen Winterpause.“ Es war für ihn eine ungewöhnliche Zeit, allein die standesamtliche Hochzeit mit seiner Diana entbehrte Prunk. Aber das soll nachgeholt werden.

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Inwiefern „Nachholen“ auch für die ausgesetzten Runden der Fußball-Bundesliga gilt, kann vorerst keiner beurteilen. Manager Stefan Köck will Fußball, „aber nicht um jeden Preis“. Und so sieht es auch Trainer Thomas Silberberger, der seine Spieler mit eindringlichem Appell empfing: „Ich wies die Spieler darauf hin, dass sie sich an die Abstandsregelung zu halten hätten.“ Es sei ein Privileg, unter diesen Umständen am Platz stehen zu dürfen, da wolle man mit gutem Beispiel vorangehen. Es ist auch für den 46-Jährigen eine ungewöhnliche Situation, deren Ausgang er nicht abzuschätzen vermag. Vorbereitet sei man auf alles: „Und als Zehnter nach dem Grunddurchgang müssen wir uns auch bei einem Abbruch nicht den Vorwurf gefallen lassen, die Liga nur durch die Corona-Unterbrechung gehalten zu haben.“

Welche Unwägbarkeiten auf die WSG warten, zeigte sich gestern beim Trainingsauftakt in Mattersburg. Bei den Burgenländern fehlte ein vom Club nicht genannter Spieler wegen eines positiven Covid-19-Tests.


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