Gut zu wissen: So läuft die Wieder-Öffnung der Schulen und Kindergärten ab

Nach den Dienstleistern und Kirchen öffnen auch die Bildungsstätten für 1,1 Millionen Schüler sowie die Kindergärten in Österreich wieder. Wie das genau ablaufen soll, lesen Sie hier.

Endlich wieder Zahlen und Buchstaben auf einer Tafel sehen Volksschüler ab 18. Mai.
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Innsbruck – Wie die Regierung am Freitag schließlich verkündete, beginnt am 4. und 18. Mai bzw. am 3. Juni für die Kinder und Jugendlichen nach der Coronavirus-bedingten Schließung gestaffelt wieder die Schule. Wie läuft das genau ab? Und was ist mit den Kindergärten? Im Anschluss die wichtigsten Punkte in Kurzform.

📚 Wer startet wann?

Am Montag, 4. Mai, kehren rund 100.000 Maturanten bzw. Schüler der Abschlussklassen der Berufsschulen und berufsbildenden mittleren Schulen zurück in den Unterricht. Zwei Wochen später, am 18. Mai, folgen die 700.000 Schüler an den Volksschulen, AHS-Unterstufen, Neuen Mittelschulen (NMS) und Sonderschulen, am 3. Juni dann die restlichen 300.000 Schüler. Jeweils am Freitag davor (15. bzw. 29. Mai) finden an den Schulen bereits Lehrerkonferenzen statt.

Terminplan für Schulöffnung und Zahl der betroffenen Schüler.
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📚 Wie sieht es mit Kindergärten und Krippen aus?

Kindergärten in Tirol nehmen wie Volksschulen am 18. Mai den Betrieb wieder auf, wie die Landesregierung am Freitagnachmittag in einer Pressekonferenz bekannt gab. Für fünfjährige Kinder (letztes Kindergartenjahr) gilt dann, sofern sie und ihre Familienmitglieder gesund sind, wieder Besuchspflicht. Jüngere Kinder dürfen auch wieder bedingungslos in ihre Gruppen. Eltern, die berufsbedingt oder aus anderen Gründen bereits vor 18. Mai dringenden Betreuungsbedarf für ihre Kinder haben, müssen dafür ab sofort keine Bestätigung des Arbeitgebers mehr im Kindergarten vorlegen. Auch Kinderkrippen sollen dem Vernehmen nach am 18. Mai wieder in den Regelbetrieb gehen.

In einem neuen Erlass stellte das Gesundheitsministerium am Freitag außerdem klar, dass Kindergärten und Kindertagesstätten vorerst auch bis 15. Mai weiterhin geöffnet bleiben. Die Landeshauptleute sollen durch Verordnung anweisen, dass „alle Betreuungsangebote für alle Kinder sichergestellt und angeboten werden", heißt es in dem Dokument. Explizit darauf verwiesen wurde, dass die Kindergärten alle Kinder betreuen müssen, und zwar „unabhängig von der Art der beruflichen Tätigkeit der Eltern bzw. der Erziehungsberechtigten oder davon, ob die Arbeit im Home-Office verrichtet werden kann oder ob eine Betreuung zu Hause möglich ist oder nicht". In einem im März kundgemachten Erlass des Gesundheitsministers in Bezug auf die Kindergärten waren noch bestimmte Berufsfelder einzeln angeführt worden.

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📚 Kann man sitzenbleiben?

An den Volksschulen wird heuer auf das Sitzenbleiben verzichtet. An allen anderen Schulen darf man mit nur einem Fünfer automatisch aufsteigen – mit mehreren Fünfern darf dies auf Beschluss der Klassenkonferenz erfolgen.

📚 Gibt es noch Schularbeiten in diesem Semester?

Nein, bis zum Sommer finden keine Schularbeiten mehr statt.

📚 Wie wird benotet?

Die Benotung erfolgt aufgrund des Notenstands vor der Schulschließung sowie den Leistungen im Distance Learning und in den letzten Wochen im Präsenzunterricht. Schüler, die zwischen zwei Noten stehen oder die eine bessere Note wollen, können eine mündliche Prüfung machen.

📚 Bleibt der Stundenplan gleich?

Im Prinzip ja, so Bildungsminister Heinz Faßmann. Die Klassen werden aber in zwei Gruppen geteilt, um eine „Verdünnung" zu erzielen. Die eine hat von Montag bis Mittwoch Unterricht, die andere am Donnerstag und Freitag. In der Woche darauf ist es umgekehrt. Der Stundenplan bleibt grundsätzlich aufrecht, Turnen und wahrscheinlich auch Musik sowie der Nachmittagsunterricht entfallen aber. Betreuung wird am Nachmittag weiter angeboten, ebenso an jenen „Schichttagen", an denen die Schüler keinen Unterricht haben.

📚 Wie sehen die Hygiene-Maßnahmen aus?

In der Schule herrscht außerhalb des Klassenzimmers Maskenpflicht. Auch in den Pausen soll der Mundschutz laut Minister Faßmann von über Zehnjährigen getragen werden. Die Eltern müssen ihren Kindern die MNS-Masken mitgeben, bei Bedarf werden sich auch von der Schule zur Verfügung gestellt. Nach dem Betreten der Schule müssen die Hände mit Flüssigseife gewaschen oder desinfiziert werden. Eltern und andere schulfremde Personen dürfen das Schulgebäude nur nach Terminvereinbarung betreten.

Hygienemaßnahmen im Schulbetrieb.
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📚 Wer darf vom Unterricht fernbleiben?

Schüler, die sich aufgrund der Corona-Pandemie psychisch nicht in der Lage sehen, in die Schule zu gehen oder Risikopersonen im eigenen Haushalt schützen möchten, gelten nach Meldung an die Schulleitung als entschuldigt. Es gelten dabei die gleichen Regeln wie im Krankheitsfall des Schülers. Bei den Lehrern ist es ähnlich: Angehörige von Risikogruppen können daheim bleiben, müssen aber für andere Aufgaben wie etwa Online-Unterricht zur Verfügung stehen.

📚 Wann endet dieses Schuljahr?

Es bleibt unverändert und endet in Ostösterreich am 3. Juli, in West- und Südösterreich am 10. Juli.

📚 Gibt es zusätzlichen Unterricht im Sommer?

Bundes- und Landesregierung sprachen davon, über eine Art „Summer School" nachzudenken. Zwei Wochen vor Schulbeginn im Herbst sollen dadurch Defizite nachgeholt werden können, etwa bei Schülern von Deutschklassen. Ein genaues Konzept dazu werde aber erst ausgearbeitet. (TT.com/APA)


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