Wacker-Damen bereiten sich auf neuen Angriff im Herbst vor

Teil fünf der TT-Unterhaus-Serie: Wacker-Damen-Trainer Benjamin Stolte darf sich nach dem Abbruch der Frauen-Bundesliga zumindest über den Klassenerhalt freuen.

Für Wacker-Damen-Trainer Benjamin Stolte geht der Saison-Abbruch aufgrund der Corona-Krise in Ordnung: „Die Tests wären für viele Vereine nicht finanzierbar.“
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Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – „Wir hätten das natürlich lieber sportlich auf dem grünen Rasen geschafft“, sagt Wacker-Damen-Trainer Benjamin Stolte. Eigentlich sollten die Tirolerinnen gestern in der Planet Pure Frauen Bundesliga im Schlagerspiel den SK Sturm Graz empfangen und um den Klassenerhalt kämpfen. Durch den Abbruch der Liga aufgrund der Coronavirus-Pandemie haben die Schwarz-Grünen das Saisonziel bereits erreicht und sind nicht abgestiegen. „Im Herbst beginnt alles wieder von vorn“, blickt der 29-jährige Wörgler voraus.

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Der Abbruch der Frauen-Liga war für ihn die richtige Entscheidung. Alle Spielerinnen und Betreuer auf das Virus zu testen, wie es bei den Herren angedacht ist, sei zu teuer. „Für einen Großteil der Vereine wäre die Erfüllung der Auflagen schlicht nicht finanzierbar“, so Stolte. Die Spielerinnen halten sich derweil mit Challenges (Jonglieren, Fußballtechnik ...) fit. Für Siegerin Jana Mayer gab es als Belohnung eine eigens gestaltete „FIFA-Ultimate-Team-Karte“, erklärt der Coach. Ziel sei, dass man Anfang Juli wieder mit Kleingruppen-Training starten könne.

Sportlich soll es in der neuen Saison deutlich besser laufen. Beim Abbruch nach neun Runden waren die Wacker-Damen mit lediglich drei Punkten Tabellenschlusslicht (Tordifferenz 14:40). Den Negativlauf führt der Trainer, der auch USI-Kursleiter für Frauenfußball ist, auf eine Verletzungsserie zurück. „Im vergangenen Sommer hatten wir bei beiden Teams insgesamt 15 verletzte Spielerinnen, das war schlimm.“ Eigentlich wollte man im Frühjahr die große Aufholjagd starten, man habe „im Winter einiges ausprobiert und gute Ansätze gefunden“. Helfen soll auch ein Neuzugang aus Oberösterreich: Simone Kramer wird künftig das zentrale Mittelfeld verstärken.

Coach Stolte sieht durch den Einstieg eines deutschen Investors auch die Damen-Sparte gestärkt. „Wacker bekennt sich zum Leistungs-Frauenfußball, wir wollen jungen Spielerinnen eine Plattform bieten, dass sie sich entwickeln können.“

Auch Ex-Damen-Trainer Masaki Morass, der nun als Co-Trainer bei Top-Klub Vissel Kobe agiert, verfolgt weiterhin das Geschehen rund ums Tivoli: „Ich habe Masaki vor ein paar Monaten in Japan besucht und durfte auch Star-Spieler David Villa kennen lernen“, erzählt Stolte.


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