Med-Uni Innsbruck erforscht Virus und seine Auswirkungen

Rund 40 Studien zum Coronavirus, bei denen auch die gesamtgesellschaftlichen Folgen im Fokus stehen, werden derzeit auf der Uni Innsbruck durchgeführt. Das Land Tirol unterstützt die Projekte finanziell.

Die menschenleere Innsbrucker Altstadt während der Zeit der Corona-Ausgangsbeschränkungen in Tirol.
© Vanessa Rachlé

Innsbruck – Die Medizinische Universität Innsbruck widmet sich in rund vierzig unterschiedlichen Studien dem Coronavirus. Dabei werden nicht nur seine Übertragungsweise oder die Entwicklung einer Therapie unter die Lupe genommen – auch Zusammenhänge mit der psychischen Gesundheit werden untersucht, hieß es am Dienstag bei einer Videopressekonferenz. Die finanzielle Unterstützung dafür kommt vom Land Tirol.

📽 Video | Pressekonferenz „Coronavirus: Medizinische und klinische Forschung in Tirol"

Rektor Wolfgang Fleischhacker meinte, dass die Krise nicht „per se" eine Chance sei. Sie biete aber eine Chance, das Erlebte nach der Krise zu erforschen. Unter den Forschungsvorhaben befinde sich auch die „Ischgl-Studie", berichtete Vizerektorin Christine Bandtlow. Neben den Antikörpertests - deren Ergebnisse in der zweiten Maihälfte vorliegen sollen – werden auch die Auswirkungen der sechswöchigen Abschottung auf die Bevölkerung untersucht. Dies sei eine „einmalige Situation", sagte sie.

Ebenso Teil der Forschung werde ein neues Telegesundheitssystem sein, wonach positiv getestete Personen mittels Ohrsensor ständig mit dem Krankenhaus verbunden sind. Damit können sie in ihrer häuslichen Isolation engmaschig überwacht werden und eine schnelle Reaktion auf Veränderungen des Gesundheitszustandes werde dadurch ermöglicht, erklärte Bandtlow. Ein anderes Forschungsprojekt werde sich indes der potenziellen Übertragungsweise des Virus von infizierten Müttern auf Neugeborene widmen. Man wolle herausfinden, wie Neugeborene und deren Mütter in dieser Situation am besten geschützt werden können.

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Ein weiterer Fokus werde auf die psychische Gesundheit bei vulnerablen Gruppen gelegt. Man schaue sich nun an, wie etwa Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen mit der Situation umgehen.

Die Forschungsvorhaben werden vom Land Tirol mit 3,2 Millionen Euro unterstützt. Mit den Mitteln aus dem Wissenschaftsfonds (FWF) werden 4,7 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Herauszufinden, wie sich die Gesellschaft durch eine Pandemie entwickelt, sei von „wesentlicher Bedeutung", sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Auch Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) verwies auf die "gesamtgesellschaftlichen Folgen" des Coronavirus, forschungsrelevante Daten müssten nun „zeitnah" erhoben werden. (APA)


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