Deutschland verbietet Pseudo-"Therapien" gegen Homosexualität

Wer in Deutschland eine "Therapie" zur "Heilung" von Homosexualität anbietet, bewirbt oder vermittelt, kann künftig mit einer Freiheitsstrafe belegt werden.

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© JOSEP LAGO

Berlin – In Deutschland stehen künftig Pseudo-Therapien zum Umpolen von Homosexuellen oder transidenten Personen unter Strafe. Ein am Donnerstagabend vom Bundestag beschlossener Gesetzesentwurf sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor für das Anbieten, Bewerben oder Vermitteln solcher Behandlungen.

Gesundheitsminister Jens Spahn wertete das neue Gesetz als wichtiges Signal für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in Deutschland. Die umstrittenen Therapien erzeugten viel Leid, sagte der christdemokratische Politiker am Donnerstag. "Wo keine Krankheit ist, braucht es auch keine Therapie." Mit dem Gesetz komme zum Ausdruck, "dass wir jeden so akzeptieren, wie er ist", fügte der bekennende Homosexuelle hinzu.

Homosexualität ist keine Krankheit

Die Konversionstherapien zielen darauf ab, die homosexuelle Orientierung eines Menschen zu ändern beziehungsweise zu "heilen" und in heterosexuelles beziehungsweise asexuelles Verhalten umzuwandeln. Sie vermitteln den Eindruck, dass Homosexualität eine Erkrankung sei, die korrigiert werden müsse.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die umstrittenen Therapien bei unter 18-Jährigen generell verboten werden. Das Verbot soll zudem grundsätzlich gelten, wenn Erwachsene einem "Willensmangel" unterliegen - etwa durch Täuschung, Irrtum, Zwang oder Drohung. Das trifft zum Beispiel zu, wenn jemand über den therapeutischen Nutzen getäuscht oder nicht ausreichend über Risiken aufgeklärt wird. Verboten werden das Anbieten, Bewerben oder Vermitteln solcher Behandlungen. (APA/dpa)


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