Nach Ausstieg von Audi: DTM-Boss Gerhard Berger schließt Rückzug aus

Der Tiroler DTM-Chef Gerhard Berger denkt nicht ans Aufgeben. Der Ausstieg von Audi hat die Rennserie aber in die Krise gestürzt. Motorsportchef Dieter Gass empfindet die Kritik an seiner Marke nicht fair.

Der Tiroler DTM-Chef Gerhard Berger denkt nicht ans Aufgeben. Der Ausstieg von Audi hat die Rennserie aber in die Krise gestürzt. Motorsportchef Dieter Gass empfindet die Kritik an seiner Marke nicht fair.
© HANS KLAUS TECHT

Wörgl/Ingolstadt - In der schweren DTM-Krise denkt Gerhard Berger nicht ans Aufgeben. „Momentan stellt sich diese Frage für mich nicht“, sagte der 60 Jahre alte Boss des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob er überlegt habe, seine schwere Aufgabe jemand anderem zu überlassen. Nach der überraschenden Ausstiegsankündigung von Audi zum Jahresende bleibt als Hersteller für 2021 derzeit nur BMW. Damit droht der DTM das Aus.

Der frühere Formel-1-Pilot Berger ist seit 2017 Chef der Serie. Auf die Frage, ob er momentan seine schwerste Zeit in der DTM erlebe, antwortete er: „Die Unterscheidung zwischen einer schweren oder leichten Zeit habe ich im Laufe meines Sport- und Geschäftslebens so nie getroffen. Es gibt immer Hürden, das ist das Leben. Und wie groß die momentane Hürde sein wird, werden wir jetzt gemeinsam mit den Partnern klären.“

Berger glaubt fest an eine Zukunft der DTM. „Die Millionen von Fans, die hinter der Plattform stehen“ würden ihn zuversichtlich stimmen, die Rennserie wieder flott zu bekommen.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass hat die Kritik nach dem angekündigten Ausstieg der Volkswagentochter zurückgewiesen. „Uns vorzuhalten, dass wir der Totengräber der DTM seien, finde ich ziemlich unfair. Wenn Audi nicht gewesen wäre, wäre die DTM schon viel früher beendet worden“, sagte Gass „Motorsport-Magazin.com“ im Interview.

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Der 57-Jährige hatte einen schleichenden Tod der Rennserie schon nach dem Ausstieg von Mercedes nach der Saison 2018 befürchtet. Es sei klar gewesen, dass die DTM mit nur zwei Herstellern nicht funktionieren würde. Den zwischenzeitlichen Einstieg von Aston Martin in der vergangenen Saison bezeichnet er als „Lückenfüller“. Man könne darüber diskutieren, inwiefern das erfolgreich war und ob sie durch ihren Ausstieg der Totengräber wären.

Gass hofft noch auf einige Rennen in der DTM-Saison, die am 12. Juli auf dem Norisring ohne Zuschauer beginnen soll. „Wenn es 2020 die Rennserie DTM gibt, wollen wir auf alle Fälle dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Wenn möglich mit der Titelverteidigung, das ist unser Ziel“, meinte Gass. Die letzte Saison hatte Audi-Pilot René Rast vorzeitig entschieden. Auch der Hersteller-Titel ging nach Ingolstadt.

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Skeptisch und zugleich wehmütig blickt Gass in die Zukunft der Rennserie: „Ich würde mir gern wünschen, dass es weitergeht. Ich finde nach wie vor, dass in der DTM erstklassiger Motorsport geboten wird. Aber es wird mit Sicherheit sehr, sehr schwierig.“ (dpa)


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