Angst vor zweiter Welle: Wuhan will alle elf Millionen Einwohner testen

Durch die neuen Infiziertenfälle in der chinesischen Metropole Wuhan wächst die Angst vor einer zweiten Welle. Nun sollen alle Einwohner der Stadt getestet werden – und zwar im Eilverfahren. Dazu sollen die Bezirke des ehemaligen Pandemie-Epizentrums einen Plan ausarbeiten.

Eine Million Menschen wurden in Wuhan bereits getestet – zehn Millionen Tests sollen folgen.
© HECTOR RETAMAL

Wuhan – Die zentralchinesische Stadt Wuhan will chinesischen Medienberichten zufolge sämtliche ihrer elf Millionen Einwohner in Rekordzeit einem Coronavirus-Test unterziehen. Das berichteten mehrere chinesische Medien am Dienstag. Demnach entschieden sich die Behörden zu der Maßnahme, nachdem Anfang der Woche in einem Wuhaner Wohngebiet nach einer längeren Phase ohne Erkrankungen in der Stadt sechs neue Infektionen festgestellt wurden.

Wie das Wirtschaftsmagazin Caixin berichtete, sollen die Menschen in Wuhan innerhalb von zehn Tagen getestet werden. Bis Ende April hatte Wuhan, wo das Virus möglicherweise schon im November ausgebrochen war, laut dem Bericht rund eine Million Menschen getestet. Die chinesische Website The Paper berichtete, dass die Bezirke der Stadt einen Plan ausarbeiten sollen, wie der Massentest durchgeführt werden kann.

Nirgendwo in China wurden so viele Infektionen und Todesfälle gemeldet wie in Wuhan, dessen Krankenhäuser Ende Jänner und im Februar völlig überfordert waren. Wuhan war die weltweit erste Stadt, die wegen des Virus über Wochen komplett abgeschottet war. Von den mehr als 80.000 offiziell gemeldeten Infektionen in China gab es 50.000 allein in der Metropole. Ähnlich waren von den landesweit mehr als 3300 aufgeführten Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 mehr als 2500 in Wuhan zu beklagen. Es wurde aber davon ausgegangen, dass bei weitem nicht alle Fälle in der offiziellen Statistik mitgezählt wurden.

China hat das Virus den eigenen Angaben zufolge weitgehend unter Kontrolle, kämpft jedoch mit lokalen Ausbruchsherden. Eine zweistellige Zahl neuer Infektionen wurde so kürzlich auch aus der nordostchinesischen Provinz Jilin gemeldet. (dpa)


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