Anti-Terror-Kampf: USA setzen Kuba auf die schwarze Liste

Das US-Außenministerium begründete den Schritt damit, dass sich Mitgliedern der linken kolumbianischen ELN-Rebellen in dem Karibikstaat aufhielten. Zuletzt stand Kuba 2015 auf der Liste.

Ein Mann in den Straßen von Havanna.
© YAMIL LAGE

Washington – Die USA haben Kuba auf die schwarze Liste der Länder gesetzt, die nicht vollständig bei der Terrorbekämpfung kooperieren. Das US-Außenministerium wies zur Begründung am Mittwoch auf den Aufenthalt von Mitgliedern der linksgerichteten kolumbianischen ELN-Rebellen (Nationale Befreiungsarmee) in dem Karibikstaat hin. Diese seien 2017 nach Havanna gereist, aber nicht nach Kolumbien zurückgekehrt.

Neben Kuba stehen mit Iran, Syrien, Nordkorea und Venezuela vier weitere Staaten auf der aktuellen schwarzen Liste der USA.

Ein ranghoher Regierungsmitarbeiter in Havanna wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Kuba sei selbst "ein Opfer des Terrorismus". Es gebe eine "lange Geschichte von Terroranschlägen der US-Regierung gegen Kuba und der Komplizenschaft der US-Behörden mit Personen und Organisationen, die solche Aktionen vom US-Territorium aus organisiert, finanziert und ausgeführt haben", schrieb Carlos F. de Cossio, der für die Beziehungen zu den USA zuständige Mitarbeiter des kubanischen Außenministeriums, auf Twitter.

Kuba wurde damit erstmals seit 2015 von den USA nicht als in der Terrorbekämpfung kooperierender Staat zertifiziert. Gemäß dem US-Terrorismusbekämpfungsgesetz wirkt sich die fehlende Kooperationsbereitschaft theoretisch auf die US-Militärexporte in die betroffenen Länder aus. Für Kuba wird dies allerdings wenig praktische Auswirkungen haben, da es ohnehin keine Waffen aus den USA importiert.


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