Entscheidender Tag für 2. Liga: Grumser verspricht 100 Prozent bis zum Schluss

Heute soll sich bei der Klubkonferenz der zweiten Liga weisen, ob Thomas Grumser schon am Mittwoch oder erst am Saisonende die Agenden als Cheftrainer des FC Wacker Innsbruck an Daniel Bierofka übergibt.

(Noch-)Wacker-Trainer Thomas Grumser kennt die schönen und die brutalen Seiten des Fußballgeschäfts.
© HERBERT NEUBAUER

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – In Corona-Zeiten wie diesen und im schnelllebigen Fußballgeschäft erst recht muss man immer auf alles gefasst sein. Thomas Grumser kann ein Lied davon singen. Steckte der Wacker-Coach Ende letzter Woche mitten in den Vorbereitungen auf den heute endlich beginnenden Trainingsalltag, ließ der FC Wacker am Freitag die Katze aus dem schwarz-grünen Sack. Vielleicht schon ab Mittwoch, aber ganz sicher ab Sommer übernimmt ein neues von Daniel Bierofka angeführtes Trainerteam die Aufstiegsagenden beim Traditionsklub.

Zwei Tage gab sich Grumser Zeit, den Schock für sich zu verdauen. Am Sonntag meldete sich der 40-Jährige, um klarzustellen, dass er die Lage eigentlich nicht kommentieren will. Jeder solle sich selbst einen Reim darauf machen. Er sei lange genug dabei, um sehr wohl zu wissen, dass das Fußballgeschaft oft schön, manchmal brutal und mitunter auch nicht immer zu verstehen ist.

Heute empfängt er wie geplant seine Jungs zum Auftakt und zu den Corona-Tests, dann wird sich weisen, wie es in der zweiten Liga weitergeht. „Wird die Meisterschaft zu Ende gespielt, werden ich, mein Trainerteam und auch die Mannschaft 100 Prozent geben. Das sind wir unseren Ansprüchen schuldig.“ Was danach kommt, wird sich weisen. Grumsers Vertrag läuft bis Sommer 2021.

Ebenbauer: Chance auf Fortsetzung bei 50:50

Man will ihn weiter bei der strategischen Neuausrichtung mit im Boot haben, wurde von den Verantwortlichen versichert. Konkrete Vorstellungen gibt es noch nicht, das hängt auch mit dem geplanten FCW-Ausbildungszentrum in Mieming zusammen. „Ein professionelles Wacker-Engagement wird für mich immer interessant sein“, so Grumser, der nach absolvierter UEFA-Pro-Lizenz nur noch im Profibereich arbeiten will.

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Fakt ist, dass sowohl er als auch sein Nachfolger Bierofka, der auf gepackten Koffern in München sitzt, heute auf den Beschluss der Clubkonferenz der 2. Liga warten. Die Chancen auf eine Saison-Fortsetzung beziffert Ligavorstand Christian Ebenbauer mit „50:50“, elf Runden müssten bis Ende Juli über die Bühne gebracht werden.

Für den Antrag der SV Ried, dass Vereine ohne Sanktionen bleiben sollen, wenn sie die Saison nicht fertig spielen, sieht Ebenbauer allein schon deshalb wenig Chancen, weil dafür ein ÖFB-Präsidiumsbeschluss und eine Zustimmung einer Bundesliga-Hauptversammlung nötig wären. Wenn also heute die Mehrheit der 16 Vereine für eine Fortsetzung stimmen sollte, müssten alle Clubs die Spielzeit finalisieren, betonte der Liga-Vorstand: „Es gibt Mehrheitsbeschlüsse, an die sich alle zu halten haben.“


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