Regierung will Klimawandel-Überwachungsdienst nach Österreich holen

Österreich hat Interesse daran, zwei Abteilungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) ins Land zu holen. Derzeit ist das ECMWF in Großbritannien angesiedelt, benötigt aber wegen des Brexit innerhalb der EU einen neuen Standort.

ECMWF-Chefin Florence Rabier während eines Besuchs im Jahr 2016 bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Hohen Warte in Wien. (Archivfoto)
© APA/Zamg/Baumgartner

Wien – Österreich bewirbt sich um zwei Abteilungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), die sich mit der Überwachung des Klimawandels sowie der Atmosphäre beschäftigen. Derzeit in Reading (Großbritannien) angesiedelt, benötigen sie wegen des Brexit innerhalb der EU einen neuen Standort. Eine entsprechende Interessensbekundung verabschiedet der Ministerrat am Mittwoch.

Das European Center for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) mit Sitz in Reading (Großbritannien) ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, die von 34 Staaten, darunter Österreich, getragen wird. Die Vorhersagen des Zentrums bilden das Kernstück der meisten Wetterprognosen in Europa.

Zu den Aufgaben des ECMWF zählt zudem der Betrieb von zwei Diensten des Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" der EU und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Bei diesen beiden Diensten, die mit rund 65 Mio. Euro pro Jahr über den EU-Haushalt finanziert werden, geht es um die Überwachung des Klimawandels sowie der Atmosphäre inklusive CO2-Monitoring. Sie würden "die weltweit besten Zahlen und Fakten zum Zustand des Klimas und der Atmosphäre liefern" und damit wesentlich zum Klimaschutz beitragen, heißt es in dem von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) eingebrachten Ministerratsvortrag.

Bis Ende Mai können alle EU-Mitgliedsländer des ECMWF eine Interessensbekundung abgeben, ein verbindliches Angebot ist dann bis 1. Oktober zu legen. Die Standortentscheidung soll Anfang Dezember fallen. Betroffen von einer Verlegung sind insgesamt 250 Mitarbeiter.

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Für Faßmann wäre es "ein Riesenerfolg, wenn wir wesentliche Teile der Einrichtung nach Österreich holen könnten". Wien sei mit seiner hohen Lebensqualität und Internationalität "als hoch attraktiver Standort für das Zentrum zu bewerten" und biete auch vielfältigen Austausch mit weltweit anerkannten Forschungsinstitutionen. Gewessler betonte in einer der APA übermittelten Stellungnahme, dass die beiden Copernicus-Dienste nicht nur zukunftsträchtige Wissenschaft nach Österreich bringen würden, sondern auch 250 Expertinnen und Experten – "und das in einem Feld, das für unseren Kampf gegen den Klimawandel besonders wichtig sein wird". (APA)


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