Unwetter fegten über Tirol: Häuser in Ebbs abgedeckt, Surfer am Achensee in Not

Am späten Samstagnachmittag fegte "Gudrun" mit voller Wucht über Tirol. Während teils nur Regen fiel, erwischte es manche Regionen schlimmer: So stürmte es in Ebbs so stark, dass drei Hausdächer aus ihren Verankerungen gerissen wurden.

Drei Häuser wurden durch den Sturm abgedeckt.
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Ebbs, Kufstein, Innsbruck – Ein schweres Unwetter mit Hagel, Stark­regen und Sturmböen fegte gestern Nachmittag über Tirol - einzig Osttirol blieb verschont. Besonders im Grenzgebiet zu Bayern richtete das Unwetter schwere Schäden an. "Wir waren mit 30 Mann im Einsatz", erzählte Michael Leitner, stv. Feuerwehrkommandant von Ebbs. "Drei Dächer wurden abgedeckt und mehrere Bäume umgerissen."

Die Feuerwehr musste in Ebbs mehrfach ausrücken.
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Gleich mehrere Häuser wurden durch den Sturm abgedeckt.
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In Münster wurde das Dach des Kirchturmes durch den Sturm aufgebogen, wie Fotos zeigten:

Der Kirchturm in Münster wurde durch die Unwetter in Mitleidenschaft gezogen.
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Surfer am Achensee vom Sturm überrascht

Auch wurde vom Achensee gemeldet, dass sich dort Windsurfer bzw. Kitesurfer in Seenot befunden hätten. Vier von dem Sturm überraschte Wassersportler wurden unverletzt gerettet.

Mehrere Anrufer meldeten der Leitstelle, dass sich Wassersportler bei plötzlichem hohem Wellengang im See befänden. Die meisten Sportler gelangten selbst ans Ufer, vier Personen wurden von der Wasserrettung und der Feuerwehr geborgen. Verletzt wurde niemand.

Die Einsatzkräfte waren geballt im Einsatz: Anwesend waren neben den Wasserrettungen Maurach und Fieberbrunn ebenso die Wasserrettung Innsbruck, mehre Suchhubschrauber, die Feuerwehren Achenkirch und Eben am Achensee, zwei Notärzte und mehrere Rettungswagen sowie die Polizei. Insgesamt waren ca. 100 Einsatzkräfte vor Ort.

Nach Beendigung des Suchfluges führten sämtliche Boote eine Suche mittels Suchkette vom Bereich Seehof in Richtung Süden durch. Derzeit gibt es keine Erkenntnisse über vermisste Personen, bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

Am Achensee kam es zu einem Rettungseinsatz.
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Drei Hubschrauber, Notärzte, Rettung, Polizei und Wasserrettung waren am Achensee im Einsatz.
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Sonst wurden vereinzelt kleinere Schäden gemeldet, etwa aus dem Bezirk Imst. So fiel in Ötztal Bahnhof ein kleiner Baum auf die Stromzuleitung eines Hauses. Es kam jedoch zu keinem Stromausfall, die Leitung blieb intakt. Die Feuerwehr schnitt den Baum ab und zog ihn per Traktor weg.

In Silz blies der Wind eine Blechabdeckung einer Holzlegge weg, auch hier kam es zu Vorfällen mit Bäumen. Allesamt sollen aber keine ernsten Schäden gewesen sein, hieß es von der Polizei.

Baum stürzte auf A12

Durch den Sturm stürzten im Unterland auch immer wieder Bäume auf die Autobahn. In Jenbach stürzte ein Baum direkt auf die A12. Die Feuerwehr stand im Einsatz.

Ein Baum fiel bei Jenbach auf die A12.
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Am "Kienberg" in Jenbach stürzte ein Baum auf eine Stromleitung, was einen kleinflächigen Waldbrand zur Folge hatte. Augenzeugen schlugen Alarm. Rund 50 Feuerwehrleute aus Jenbach, Schwaz und Einsatzkräfte von der Innio-Betriebsfeuerwehr konnten das Feuer im steilen Gelände löschen und den Baum aus der Leitung schneiden. Monteure der Tiwag stellten anschließend die Stromversorgung wieder her.

Waldbrand am "Kienberg"

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Im Bezirk Reutte, im Gewerbegebiet Ehrwalder Schanz, wurde ein Bauzaun umgeweht – hier hielt sich der Schaden offenbar in Grenzen.

In der Landeshauptstadt Innsbruck stürzte unter anderem ein Baum auf eine Stromleitung der ÖBB. Auch in Mieders im Stubaital traf ein umgewehter Baum eine Stromleitung. (TT.com)


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