„Gelungener Start“ trotz einiger Makel: 3000 Corona-Tests bei Personal in Tirol durchgeführt

Von 3000 CoV-Tests am Tiroler Schulpersonal fiel nur einer positiv aus. Zu zirka 50 Kindern gibt es weiter keinen Kontakt.

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Petra Sansone, Geschäftsführerin der Tiroler Kinder und Jugend GmbH, LRin Gabriele Fischer, LRin Beate Palfrader, Werner Mayr, Leiter des pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion für Tirol (v.l.) zogen eine erste Bilanz nach der Schulöffnung in Tirol.
© Land Tirol/Huldschiner

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Es kommt ohne „Fetzen“ aus: Das Zeugnis, das der Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Tirol von Politik und zuständigen Behörden vergeben wird, fällt durchaus positiv aus. Von einem „gelungenen Start“ sprach Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) gestern bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Nachdem rund 58.000 Kinder im Land seit etwas mehr als einer Woche wieder ihre Schulen besuchen, steht aber auch bereits fest: Makellos verlief der Neubeginn des Unterrichts nach dem Corona-Ausnahmezustand nicht.

Zumindest eine der großen Sorgen im Vorfeld erwies sich bislang als unberechtigt. Nur eine Schule im Land, die NMS Fügen 1, musste nach Bekanntwerden einer Corona-Infektion eines Lehrers geschlossen werden. Und das, obwohl 3000 CoV-Tests – auf freiwilliger Basis – beim Schulpersonal durchgeführt worden waren.

📽 Video | Die Presskonferenz in voller Länge

Dass es hier keine gröberen Störgeräusche gab, liegt laut Werner Mayr, dem Leiter des Pädagogischen Dienstes in der Tiroler Bildungsdirektion, auch an der gründlichen Vorbereitung seitens der Schulen. Die Hygienemaßnahmen würden ernst genommen. Und den Kindern teils kreativ nahegebracht: „In einer Einrichtung wurden Babyelefanten aufgemalt, um die Abstandsregel zu erklären. Von der Disziplin der Sechs- bis Vierzehnjährigen können sich viele Erwachsene eine Scheibe abschneiden.“ Nahezu alle Kinder sind zum Präsenzunterricht erschienen, obwohl es eigentlich die Möglichkeit gegeben hätte, aufgrund gesundheitlicher Bedenken zu Hause zu bleiben. „Überrascht waren wir davon, dass nur acht Prozent der Schüler die Lernbetreuung in Anspruch nahmen“, sagte Mayr. Bildungslandesrätin Palfrader ging aber davon aus, dass es in den kommenden Tagen mehr werden. Erfreut zeigte sie sich über die Abwicklung des Heim­unterrichts. Zwar habe es einige Anlaufschwierigkeiten gegeben, das habe aber nicht zuletzt daran gelegen, „dass sich die Schulen über Nacht auf eine andere Lehrmethode über Distanz einstellen mussten“. Das Angebot der Digi-Schecks als finanzielle Unterstützung zur Anschaffung technischer Geräte sei gut angekommen und werde deshalb bis zum Ende des Kalenderjahres verlängert. 2300 Familien stellten dafür bisher einen Antrag.

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Nachdem die Bildungsdirektion zu Beginn der Corona-Krise zu 1645 Kindern keinen Kontakt hatte, sind es mittlerweile „nur“ noch 50, die nicht erreicht werden können. Für Soziallandesrätin Gabi Fischer (Grüne) ein Zeichen dafür, dass das Angebot der Schulsozialarbeit (Schuso) besonders in schwierigen Zeiten enorm wichtig sei. „Unsere Sorgen waren berechtigt“, berichtete Petra Sansone, Geschäftsführerin der Tiroler Kinder- und Jugend GmbH, wo die Schuso angesiedelt ist. Kinder und Jugendliche würden viel von Zukunftsängsten erzählen, das Phänomen des Cyber­mobbings habe zugenommen. „Die Unterstützung, die wir bieten, wird jetzt dringender denn je benötigt“, meint Sansone.


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