Magere Pfingstbilanz für Lignano ohne Österreicher: Diese Strand-Regeln gelten

Leere Ferienwohnungen und ein Rückgang von 80 Prozent bei den Einnahmen statt Alkoholexzesse vieler Jugendlicher: Zu Pfingsten war in Lignano heuer alles anders. Beim Strand-Besuch sind Corona-bedingt in diesem Sommer einige Regeln zu beachten.

Webcam-Bilder der Lignano Strände zeigen: Einige wenige Einheimische lockt es ans Meer. Wegen der Reisebeschränkungen konnten Österreicher heuer zu Pfingsten nicht in Lignano feiern.
© Screenshot/Webcam Lignano Sabbiadoro

Lignano – Der bei österreichischen Touristen beliebte Adria-Badeort Lignano zieht eine magere Bilanz des Pfingsten-Wochenendes. Die friaulische Kleinstadt, die in den vergangenen Jahren zu Pfingsten von österreichischen Jugendlichen bestürmt wurde, musste sich mit einem bescheidenen Start der Badesaison ohne ausländische Gäste begnügen.

Schon seit Jahren ist es Tradition, dass österreichische Jugendliche die Pfingstfeiertage in der Adria-Stadt verbringen. Dabei war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Alkoholexzessen gekommen. Diesmal verbrachte Lignano ein ungewöhnlich ruhiges Pfingstwochenende. Touristiker beklagten einen Rückgang der Einnahmen von 80 Prozent gegenüber den vergangenen Jahren.

„Neustart" läuft am Mittwoch an

Zwar sind die meisten Badeanstalten und Hotels wieder offen, fast alle Gäste waren jedoch Italiener. Das ausländische Klientel sei komplett ausgefallen, beklagten Touristiker. Viele Ferienwohnungen blieben leer. Ab Mittwoch können sich die Italiener außerhalb der Heimatregion bewegen. Dann dürfen auch Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen. Ab wann Österreicher wieder in dem Nachbarland urlauben dürfen, könnte morgen seitens der Bundesregierung bekanntgegeben werden.

Corona-Maßnahmen an den Stränden

Seit dem 18. Mai 2020 ist der Strand von Lignano Sabbiadoro für körperliche Aktivitäten, Spaziergänge oder zum Schwimmen zugänglich. Einige Regeln müssen jedoch beachtet werden.

🔴⛱️ Maßnahmen

  • Am Strand werden Einbahnregelungen zu und von den Strandbädern angelegt, um die Menschenströme zu steuern und Versammlungen zu vermeiden.
  • Das Personal wird mit Sicherheitsausrüstung wie Masken und Handschuhen ausgestattet.
  • Die Toiletten und die Unterlagen werden gemäß der Bestimmungen des Ministers häufig sterilisiert und desinfiziert.
  • Gäste werden gebeten, die Bestimmungen zur sozialen Distanz und die Sicherheitsregeln strikt einzuhalten.
  • Pro Sonnenschirm wird mindestens ein Platz von 10 Quadratmetern benötigt.
  • Um Menschenansammlungen vor der Kassa der Strandbäder zu vermeiden, werden Besucher gebeten, vorab eine Online-Buchung zu tätigen.

🔴😷 Muss ein Mundschutz getragen werden?

Mundschutz ist teilweise notwendig. Beim Sonnenbaden, solange der erforderliche Abstand eingehalten wird, oder im Wasser, sei das Tragen von Masken nicht verpflichtend. Bei allen anderen Strandaktivitäten sei die Maske jedenfalls zu tragen. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, sind außerdem keine Mannschaftssportarten wie Volleyball, Beachtennis oder Boccia nicht gestattet.

🔴🍴 Wie sieht der Restaurantbetrieb aus?

Die Maßnahmen für den Restaurantbetrieb sehen laut der Website des Lignano Sabbiadoro Strandes vor, „dass ein Mindestabstand von einem Meter zwischen Personen eingehalten wird und Masken genutzt werden, wenn die Gäste nicht am Tisch sitzen.“ Es sollen außerdem Maßnahmen gesetzt werden, um Bestellungen am Strandplatz und den Take-Away-Service an Kiosks und in Strandbars zu fördern.

Mit einer stärkeren Mobilität hofft der italienische Tourismus auf den Neustart. Zeichen der Hoffnung gibt es bereits. Eine Gruppe aus 200 deutschen Touristen traf am Pfingstsonntag in Venedig ein und besichtigte die Stadt. „Fragt mich nicht, wie sie nach Italien gereist sind. Niemand stoppt deutsche Touristen!", kommentierte der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro. „In diesen Tagen kann man ein einmaliges Venedig bewundern. Besucher haben die Möglichkeit, ein Freilichtmuseum zu sehen", sagte der Bürgermeister der Lagunenstadt.

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Politiker rühren die Werbetrommel

Italienische Politiker werben indes mit Urlaub in der Heimat. „Im Ausland behandelt man uns Italiener wie Verpestete? Wir pfeifen darauf und urlauben in Italien. Das Meer Sardiniens oder Siziliens ist schöner als in Griechenland oder in Formentera", kommentierte der italienische Oppositionschef Matteo Salvini.

Diese Ansicht teilt auch Italiens Außenminister Luigi Di Maio: „Italien ist wunderbar und das schönste Land der Welt, wo man den Urlaub verbringen kann". Der Außenminister führt derzeit eine diplomatische Tour in Europa, um Reisebeschränkungen aufzuheben. (APA, TT.com)


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