Banger Blick in Herbst: 230 Mio. Euro gegen Corona-Folgen in Tirol

Die Gespräche für das Konjunkturpaket waren eigentlich vorgezogene Budgetverhandlungen. Für den Herbst wappnet sich das Land mit Arbeitsstiftungen für vermehrte Kündigungen.

Archivfoto: Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) während einer Sitzung des Tiroler Landtags am Mittwoch, 13. Mai 2020, in Innsbruck.
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Innsbruck – 400 Millionen Euro hat die schwarz-grüne Landesregierung als Sofortmaßnahme in der Corona-Krise bereitgestellt, 230 Millionen Euro davon wurden bereits ausbezahlt. Jetzt nimmt das Land weiteres frisches Geld mit Darlehen in die Hand, um mit 230 Millionen Euro die Wirtschaft zu beleben. „Wir gehen nicht mit der Gießkanne vor, sondern wollen Tirol damit auch moderner machen“, betont LH Günther Platter (VP), der gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern, Josef Geisler (VP) und Ingrid Felipe (Grüne), die Konjunkturoffensive präsentierte. Im Herbst soll dann ein zweites Paket für 2021 geschnürt werden.

Was bereits vor dem mit den Sozialpartnern abgestimmten 230-Millionen-Euro-Paket klar war: So schnell werden die Millionen nicht wieder fließen, es ist die letzte Möglichkeit, zukunftsweisende und nachhaltige Maßnahmen zu finanzieren. Platter spricht deshalb von mehr regional, mehr digital und einem nachhaltigen Tirol. „In einigen Jahren ist aber wieder das Erreichen des Nulldefizits unser Ziel.“ Erschwerend kommt hinzu, dass heuer mit Mindereinnahmen in Höhe von 92 Millionen Euro beim Landesanteil von den Bundessteuern gerechnet wird.

Optimismus ankurbeln

Mit dem Konjunkturpaket will das Land auch den Optimismus nach der Corona-Krise ankurbeln. Wenngleich es noch viele Unsicherheiten im Herbst gibt. Vor allem am Arbeitsmarkt. „Ich hoffe natürlich nicht, dass es zu vermehrten Kündigungen in größeren Industriebetrieben kommt. Aber natürlich bereiten wir uns mit Arbeits- und Insolvenzstiftungen auch auf solche Szenarien vor.“ Bekanntlich kündigte Swarovski bereits vor der Corona-Krise einen Stellenabbau an. Obwohl es bei solchen Konzernen immer viel Bewegung gebe, sei Platter darüber wenig erfreut. Weil es um wichtige ganzjährige Industriearbeitsplätze gehe.

Geisler („Stärkung der regionalen Kreisläufe“) und Felipe („Impulse zur Weiterentwicklung des Landes“) sehen vor allem in der Nachhaltigkeit die größte Chance, um in den nächsten Jahren wirtschaftlich wieder in die Erfolgsspur zu gelangen. (pn)

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