Ryanair plant Klage in Brüssel wegen "unerlaubter Staatshilfen" für Alitalia

Die italienische Regierung setze auf "Regeln nach nordkoreanischem Modell", um Alitalia zu retten, protestiert Ryanair-Chef O'Leary.

Ryanair-CEO Michael O'Leary.
© KENZO TRIBOUILLARD

Rom, Dublin – Ryanair-Chef Michael O'Leary attackiert die italienische Regierung, die mit einer Verstaatlichung die Airline Alitalia retten will. "Wir sind bereit, in Brüssel eine Klage einzureichen wegen unerlaubter Staatshilfen zur Rettung Alitalias", kündigte der Chef der Laudamotion-Mutter im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Samstag an.

Die italienische Regierung setze auf "Regeln nach nordkoreanischem Modell", um Alitalia zu retten, protestierte O'Leary. Er bemühe sich um ein Treffen mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte. Dem Chef der Billigfluglinie ist ein Dorn im Auge, dass die Regierung in Rom drei Milliarden Euro für die Rettung der Fluggesellschaft locker macht. Die drei Milliarden Euro seien nur weiteres Geld, das Alitalia "verbrennen" werde, sagte O'Leary.

Neue staatliche Gesellschaft soll Alitalia übernehmen

Die italienische Regierung plant die Gründung einer neuen staatlichen Gesellschaft, die die Alitalia übernehmen soll. Die mit staatlichen Geldern finanzierte Gesellschaft hätte vom Wirtschaftsministerium in Rom Anfang Juni gegründet werden sollen, dabei kam es jedoch zu Verzögerungen.

Der Ryanair-Chef warnte vor einer "protektionistischen Einstellung" in Italien. Diese werde sich auch negativ auf den gesamten Tourismus - von den Restaurants bis zu den Hotels - auswirken, warnte der europäische Billigflug-Pionier.

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Alitalia macht seit 2002 keinen Profit mehr. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, scheiterten. Das Unternehmen ist seit 2017 insolvent. Der Staat hatte dem Unternehmen mit rund 10.000 Arbeitsplätzen in jüngerer Zeit bereits Überbrückungskredite in Milliardenhöhe gewährt. (APA)


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