Gewaltiger Felssturz: Baustelle der Schlossgalerie bei Landeck verlegt

Oberhalb der L76 bei Landeck brachen in der Nacht bis zu 6000 m³ Geröll ab. Die Baustelle wurde nach Begutachtung gestern wieder freigegeben.

Ein Bagger wurde unter den Gesteinsmassen begraben.
© ZOOM.TIROL

Landeck – „Es hat gekracht wie bei einem Donnerschlag“, erzählten Anrainer am Land­ecker Thialbach gestern Montag. „Aber erst in der Früh haben wir das ganze Ausmaß vom Felssturz auf der anderen Innseite gesehen.“

Bis zu 6000 Kubikmeter Fels und Geröll hatten sich gegen 2 Uhr im steilen Gelände oberhalb der Landecker Straße L76 gelöst. Ein Teil des Materials lagerte sich auch im Inn ab. Die Fahrbahn wurde auf einer Länge von 75 Metern verschüttet. Der Steinschlag ging innerhalb der Schlossgalerie-Baustelle südlich von Landeck ab – der Bereich ist seit 11. Mai gesperrt.

Die Brocken stürzten auf die Straße und in den Inn.
© ZOOM.TIROL

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Bauarbeiten und dem nächtlichen Felsabbruch“, hob der Projektleiter des Landes, Günter Guglberger, hervor. Auslöser seien die jüngsten Regenfälle gewesen. Steinschlag auf die L76 habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben – wegen der instabilen geologischen Verhältnisse. Es handelt sich laut Geologen um den brüchigen Landecker Quarzphyllit.

„Dieses Ereignis hat einmal mehr gezeigt, dass der Bau der Schlossgalerie zum Schutz der wichtigen Verkehrsverbindung ins Obergricht unverzichtbar ist“, stellte Landecks Vizebürgermeister Thomas Hittler fest. Viele Einheimische standen gestern auf der gegenüberliegenden Talseite, um das Geschehen zu beobachten. Man möchte sich lieber nicht vorstellen, „was passieren hätte können, wäre der Fels bei Tag abgebrochen“.

Baurarbeiten am Nachmittag wieder freigegeben

Nachdem Landesgeologen und Techniker die Stelle per Hubschrauber und Drohne der Stadtfeuerwehr begutachtet hatten, konnten die Bauarbeiten am Nachmittag freigegeben werden. Der Sachschaden sei erheblich, ein Bagger wäre beinahe in den Inn gerissen worden.

„Neben den Räumarbeiten müssen zusätzlich 1500 Kubikmeter Fels weggesprengt werden“, erläuterte Guglberger. Zu einer Bauzeitverlängerung werde es aber nicht kommen. „Bei zweieinhalb Jahren Bauzeit fällt diese Verzögerung nicht ins Gewicht“, so der Projektleiter. (hwe)


Kommentieren


Schlagworte