DNA-Analyse bestätigt: Wolf riss Schafe in Serfaus

Die Tiere, die im Mai in Serfaus gefunden worden sind, wurden von einem Wolf getötet. Auch im Bezirk Kufstein wurde ein Wolf nachgewiesen. Noch keine DNA-Ergebnisse liegen nach dem Fund der zehn toten Ziegen in Kirchdorf vor.

Ein Wolf aus der italienischen Population hat mehrere Schafe in Serfaus gerissen. (Symbolfoto)
© iStock

Serfaus – Seit 18. Mai wurden in Serfaus 22 tote Schafe gefunden. Die Vermutung: Ein Wolf hat sie gerissen. Proben wurden genommen und in Wien analysiert. „Die ersten Ergebnisse der DNA-Analyse liegen nun vor und bestätigen die Beteiligung eines Wolfs aus der italienischen Population. Konkret wurde ein Wolf bei den Rissen vom 18. Mai und vom 20. Mai nachgewiesen. Die Ergebnisse von Proben bei weiteren Tieren sind noch ausständig“, sagt Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer. Er geht davon aus, dass auch die anderen Tiere von dem Wolf getötet wurden.

„Die Tierbesitzer werden nach dem Entschädigungsmodell des Landes für alle toten Schafe finanziell entschädigt. Für jene Tiere, die in Serfaus am Heimbetrieb bleiben, übernimmt das Land Tirol die Futterkosten“, sagt Josef Gitterle von der Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht. Die Serfauser Schafbauern haben am Wochenende ihre Tiere von der Alm im Gebiet oberhalb Komperdell abgetrieben – die TT berichtete. Normalerweise weiden dort über den Sommer 250 bis 300 Schafe.

Auch im Bezirk Kufstein ist ein Wolf unterwegs. Nachgewiesen wurde die DNA eines Wolfs aus der italienischen Population beim Riss eines Lamms vom 20. Mai in Reith im Alpbachtal.

Untersuchungen nach Fund im Bezirk Kitzbühel

Zu Beginn der Woche erreichte das Land eine Meldung aus dem Bezirk Kitzbühel. Hier wurden vier tote – teils stark verweste – Schafe und ein totes, neugeborenes Kalb gefunden. Die zuständige Amtstierärztin begutachtete die Kadaver und entnahm Proben. Diese wurden zur DNA-Analyse geschickt.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Die Experten gehen derzeit davon aus, dass das neugeborene Kalb von einem Fuchs getötet wurde. Keine Rückschlüsse auf den Verursacher lassen sich anhand der stark verwesten Schafskadaver aus dem Gemeindegebiet von Hopfgarten i. B. ziehen. „Hier ist es aufgrund des Verwesungszustandes der Schafskadaver fraglich, ob anhand der entnommenen DNA-Proben noch ein Ergebnis erzielt werden kann“, so Janovsky.

Warten auf Ergebnisse nach Fund von zehn toten Ziegen

Noch keine DNA-Ergebnisse liegen indes nach dem Fund von der zehn toten Ziegen aus Kirchdorf vor. Die veterinärmedizinische Untersuchung an der AGES in Innsbruck hat keinen Hinweis auf ein Krankheitsgeschehen und noch keine Klarheit über die Todesursache gebracht.

Die Untersuchung von DNA-Proben, die am 18. Mai bei einem toten Kalb in Gerlos genommen wurden, haben die Beteiligung eines Fuchses ergeben. Damit habe sich die amtstierärztliche Einschätzung bestätigt, teilte das Land am Dienstag mit. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte