Die EM-Medaille bekommt Niedermayr noch mit der Post

Zuletzt war Leni Niedermayr online im Einsatz.
© Niedermayr

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Eine Europameisterschaft mit über 1200 Teilnehmern – in Corona-Zeiten undenkbar. Nicht so im Taekwondo. Der europäische Verband schrieb seine offene Meisterschaft im Poomsae (Formenlauf) online aus. Der Zulauf für die Bewerbe im Mai war enorm: Aus den USA, Viet­nam, Korea, Thailand, dem Iran – aus 75 Ländern meldeten sich Aktive an.

Die Online-EM begeisterte auch die Ampasserin Leni Niedermayr, Trainerin und Starterin in der Mastersklasse: „Wir sind eine große Familie und über Facebook alle sehr gut vernetzt.“ Jeder musste vorab seine Übungen – zwei Formenläufe mit maximal einer Minute Pause – als Video aufnehmen und einschicken (inklusive möglicher Halbfinal- und Finalübungen). „Ich habe ein Stativ aufgebaut und mir Kameraleuchten besorgt“, beschreibt Niedermayr. Ein Treffen mit Kollegen vom TWS Innsbruck war im April noch nicht möglich. Dieser Modus hatte es allerdings in sich: „Es war sehr anstrengend. Du siehst dir dein Video an und machst ein neues und wieder eines und wieder eines. Perfekt ist man im Sport ja nie“, sagt die 61-Jährige.

Nahezu perfekt war ihr Online-Auftritt, der dann wie bei einer herkömmlichen Meisterschaft in einem Live-Stream über mehrere Tage ausgestrahlt wurde. Dann aber doch: Niedermayr setzte sich im Finale der besten Acht gegen zwei Weltmeisterinnen durch und holte EM-Gold. „Ich war so nervös wie bei einer echten Meisterschaft.“

Selbst angefeuert wurde wie sonst auch nur über die Kommentarfunktion. So klatschte man ebenso für Anna Schneeberger (20./allg. Kl.), Stephanie Wintner (Masters) und Wanda Krumböck (Kadetten/beide Halbfinale). „Es war unglaublich, ein tolles Erlebnis für alle“, schwärmt Niedermayr. Nur die Medaille fehlt noch. Die kommt demnächst per Post.

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