Nach Geislers "Luder"-Sager: Grüne schießen gegen ÖVP weiter scharf

Die Tiroler ÖVP habe ein Problem mit "strukturellem Sexismus", sagt NR-Klubobfrau Maurer (Grüne). LT-Vize-Präsidentin Jicha teilt die Koalitionserklärung nicht.

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Landtagsvizepräsidentin Stephanie Jicha (Grüne).
© Müller

Wien, Innsbruck - Heute grüne Klubsitzung, am Dienstag außerordentlicher Landesparteivorstand. Für Landtagsvizepräsidentin Stephanie Jicha sind es keine einfachen Tage bei den Grünen. Die gemeinsame Erklärung nach dem Koalitionsausschuss mit der ÖVP wegen der "Luder"-Entgleisung von Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (VP) teilt sie nicht.

Die am Mittwoch im Koalitionsausschuss beschlossene Erklärung wurde zuvor grünintern beraten und im erweiterten Klub abgestimmt. "Neben Michael Mingler und Georg Kaltschmid habe auch ich gegen die Erklärung gestimmt, dennoch wurde sie im Klub mehrheitlich beschlossen. Dieses Abstimmungsergebnis habe ich sodann lediglich im Koalitionsausschuss vertreten", betont Jicha.

Sie habe die Erklärung im Klub unter anderem deswegen abgelehnt, "weil es für mich persönlich außer Frage steht, dass eine derartige Aussage im Jahr 2020 nicht ohne sichtbare Konsequenzen bleiben kann". Jicha hofft jetzt noch auf Bewegung, letztlich sei aber klar: Man werde das Problem der ÖVP nicht zu einem der Grünen machen.

Rochaden bei ÖVP nicht ausgeschlossen

Die ÖVP wird heute im Parteivorstand beraten. Ob es möglicherweise Rochaden gibt, ist nicht ausgeschlossen. Zuletzt gab es Spekulationen, Josef Geisler könnte die Funktion des Landeshauptmannstellvertreters abgeben.

Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer meinte indes in der ORF-Sendung "Hohes Haus": "Wir haben ein Problem mit strukturellem Sexismus, auch die Tiroler ÖVP hat ganz eindeutig so ein Problem." LH Platters Neuwahl-Androhung sei "unsäglich" gewesen. Die Versuche der ÖVP, diesen Sager zu relativieren, seien "erbärmlich", so Maurer. Die Tiroler VP-Ministerin Margarete Schramböck meinte in der Pressestunde zwar, "keine Freude" mit dem Sager zu haben, sie stellt aber vor allem Geislers gute Arbeit in den Fokus. (pn, TT)

Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer
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