UN-Menschenrechtschefin fordert Reparationen wegen Sklaverei

Für Jahrhunderte voller Gewalt und Diskriminierung infolge von Sklavenhandel und Kolonialisierung solle es Entschädigungen geben, forderte Michelle Bachelet. Afrikanische Staaten hatten die Debatte als Reaktion auf den gewaltsamen Tod von George Floyd angestoßen.

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Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.
© AFP/Coffrini

Genf – Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, fordert Reparationen für Jahrhunderte voller Gewalt und Diskriminierung infolge von Sklavenhandel und Kolonialisierung. Nötig seien unter anderem auch formelle Entschuldigungen, sagte Bachelet am Mittwoch bei einer Dringlichkeitsdebatte über Rassismus im UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Afrikanische Staaten hatten die Debatte als Reaktion auf den gewaltsamen Tod von George Floyd in US-Polizeigewahrsam angestoßen. Sie verlangten eine Untersuchungskommission, um Rassismus und mögliche Menschenrechtsverletzungen in den USA und anderen Staaten der Welt zu beleuchten. Über eine entsprechende Resolution wurde noch verhandelt. Eine Abstimmung war frühestens am Donnerstag zu erwarten.

Videobotschaft von George Floyds Bruder

Eine Untersuchungskommission verlangte auch der Bruder von George Floyd, Philonise Floyd, in einer Videobotschaft. "Sie haben die Macht uns zu helfen", sagte er sichtlich bewegt. Eine einfache Mehrheit der 47-Ratsmitglieder reicht für die Annahme einer Resolution. Es wäre die erste Kommission, die sich in erster Linie mit der Situation in einem westlichen Land befasst.

Die USA hatten sich 2018 aus dem Menschenrechtsrat zurückgezogen. Washington machte von dem Recht, sich als betroffener Staat im Rat zu äußern, keinen Gebrauch. Stattdessen teilte der US-Botschafter in Genf, Andrew Bremberg, mit, die USA seien der größte Verfechter der Menschenrechte weltweit. Andere Länder sollten sich ein Beispiel an der Art und Weise nehmen, wie die USA Menschenrechtsverletzer zur Rechenschaft ziehe. "Leider gibt es zu viele Orte in der Welt, wo Regierungen schwere Menschenrechtsverletzungen begehen und wo systematischer Rassismus an der Tagesordnung ist, während viele von denen, die in Genf versammelt sind, schweigen." (APA/dpa)

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